Das Buch Henoch - Kap. 91-108 Empfehlung

Montag, 16 Januar 2017 19:44

Das Buch der Lehr- und Strafreden

 

Kap. 91. Und nun, mein Sohn Methusala, rufe mir alle deine Brüder und versammele mir alle Söhne deiner Mutter, denn eine Stimme ruft mich, und der Geist ist über mich ausgegossen, dass ich euch alles zeige, was über euch bis in Ewigkeit kommen wird.

2. Darnach ging Methusala hin, rief alle seine Brüder zu sich und versammelte seine Verwandten.

3. Und er (Henoch) redete zu allen Kindern der Gerechtigkeit und sprach: »Höret, ihr Kinder Henochs, alle Worte eures Vaters und horchet recht auf die Stimme meines Mundes, denn ich ermahne euch und sage euch: Ihr Lieben, liebet die Rechtschaffenheit und wandelt in ihr.

4. Und nahet euch nicht der Rechtschaffenheit mit zwiespältigem Herzen und habt keine Gemeinschaft mit denen, die zwiespältigen Herzens sind, sondern wandelt in Gerechtigkeit, meine Kinder, und sie wird euch auf guten Wegen führen, und die Gerechtigkeit wird eure Genossin sein.

5. Denn ich weiß, dass der Zustand der Gewalttätigkeit auf Erden überhandnehmen, und ein großes Strafgericht auf Erden vollzogen werden wird, und es wird ein Ende gemacht werden mit aller Ungerechtigkeit, und sie wird abgeschnitten werden von ihren Wurzeln, und ihr ganzer Bau wird untergehen.

6. Und abermals wird die Ungerechtigkeit auf die Spitze getrieben werden auf Erden, und sie (die Erde) wird alle Taten der Ungerechtigkeit und der Gewalttätigkeit und des Frevels in doppeltem Masse enthalten.

7. Und wenn Ungerechtigkeit, Sünde, Lästerung und Gewalttätigkeit bei jeglichem Tun wachsen, und wenn Abfall, Frevel und Unreinigkeit zunehmen werden, so wird ein großes Strafgericht vom Himmel über sie alle kommen, und der heilige Herr wird mit Zorn und Strafe hervortreten, um Gericht auf Erden zu halten.

8. In jenen Tagen wird die Gewalttätigkeit abgeschnitten werden von ihren Wurzeln, und die Wurzeln der Ungerechtigkeit samt dem Betrug, und sie werden unter dem Himmel. weg vernichtet werden.

9. Und alles wird dahingegeben werden in das flammende Feuer: Götterbild der Heiden und Turm, und man wird sie fortschaffen von der ganzen Erde; und sie (die Heiden) werden in die Verdammnis des Feuers geworfen werden und werden im Zorn und in der gewaltigen ewigen Verdammnis umkommen.

10. Und der Gerechte wird aufstehen von seinem Schlafe, und die Weisheit wird sich erheben und wird ihnen gegeben werden.

11. Und darnach werden die Wurzeln der Ungerechtigkeit abgeschnitten, und die Sünder mit dem Schwert vertilgt werden; den Lästerern werden sie abgeschnitten werden an jedem Orte, und diejenigen, welche auf Gewalttätigkeit sinnen und Spötterei treiben, werden durch das Schwert umkommen.

12. [18]. Und nun meine Kinder, sage ich euch, und zeige euch die Wege der Gerechtigkeit und die Wege der Gewalttätigkeit und werde sie euch wiederum zeigen, auf das ihr wisst, was kommen wird.

13. [19]. Und nun höret auf mich, meine Kinder, und wandelt auf den Wegen der Gerechtigkeit und wandelt nicht auf den Wegen der Gewalttätigkeit; denn alle, die auf den Wegen der Ungerechtigkeit wandeln, werden für ewig umkommen.«

 

Kap. 92. Das von Henoch verfasste Buch — es schrieb also Henoch diese ganze Weisheitslehre, die Preis verdient bei allen Menschen und Richterin der ganzen Erde ist — für alle meine Kinder, die auf Erden wohnen, und für künftige Geschlechter, die Rechtschaffenheit und Frieden üben werden.

2. Euer Geist sei nicht betrübt wegen der Zeiten, denn der Heilige und Große hat für alles Tage bestimmt.

3. Und der Gerechte wird vom Schlafe aufstehen, er wird aufstehen und auf dem Wege der Gerechtigkeit wandeln, und sein ganzer Weg und Wandel wird in ewiger Güte und Gnade sein.

4. Er wird dem Gerechten gnädig sein und wird ihm ewige Rechtschaffenheit geben und ihm Herrschaft verleihen; und er wird in Güte und Gerechtigkeit leben und in ewigem Lichte wandeln.

5. Die Sünde aber wird in der Finsternis untergehen auf ewig und nicht mehr erscheinen von jenem Tage an bis in Ewigkeit.

 

Kap. 93. Und darnach übergab Henoch die Bücher und begann auch aus den Büchern zu erzählen.

2. Und Henoch sprach: »Über die Kinder der Gerechtigkeit und über die Auserwählten der Welt und über die Pflanze der Rechtschaffenheit will ich euch dieses erzählen und kundtun, meine Kinder, ich Henoch, nach dem, was mir in dem himmlischen Gesichte erschienen ist, und was ich durch das Wort der heiligen Engel erfahren und was ich aus den himmlischen Tafeln erkannt habe«.

3. Und Henoch begann also aus den Büchern zu erzählen und sprach: »Ich bin als der siebente geboren in der ersten Woche, während Gericht und Gerechtigkeit noch zurückhielten.

4. Und nach mir in der zweiten Woche wird große Bosheit aufkommen und Betrug aufgesprosst sein; in ihr wird das erste Ende sein, und ein Mann wird in ihr errettet werden. Und nachdem es vollendet ist, wird die Ungerechtigkeit wieder wachsen, und er wird ein Gesetz für die Sünder erlassen.

5. Und darauf in der dritten Woche, am Schluss derselben, wird ein Mann zur Pflanze des gerechten Gerichts erwählt werden, und darnach wird er sich zur Pflanze der Gerechtigkeit auf ewig entfalten.

6. Und darnach in der vierten Woche, am Schluss derselben, werden die Gerichte der Heiligen und Gerechten gesehen werden, und ein Gesetz für alle künftigen Geschlechter und eine Umfriedigung für sie wird gemacht werden.

7. Und darnach in der fünften Woche, am Ende derselben, wird das Haus der Herrlichkeit und der Herrschaft erbaut werden für die Ewigkeit.

8. Und darnach in der sechsten Woche werden die, welche in ihr leben, alle geblendet sein, und über aller Herzen wird das Vergessen der Weisheit kommen; und in ihr wird ein Mann aufwärtsfahren, und an ihrem Ende wird das Haus der Herrschaft mit Feuer verbrannt werden, und es wird in ihr das ganze Geschlecht der Wurzel der Kraft zerstreut werden.

9. Und darnach in der siebenten Woche wird sich ein abtrünniges Geschlecht erheben; zahlreich werden seine Taten sein, aber alle seine Taten werden Abfall sein.

10. Und am Ende derselben werden die auserwählten Gerechten von der ewigen Pflanze der Gerechtigkeit auserwählt werden, dass ihnen siebenfache Belehrung zu teil werde über seine ganze Schöpfung.

11. Denn wo ist irgendein Menschenkind, das die Stimme des Heiligen zu hören vermöchte, ohne zu erbeben, und wer ist es, der seine Gedanken denken könnte, und wer ist es, der alle Werke des Himmels sehen könnte?

12. Und wie gäbe es jemand, der den Himmel schauen könnte; und wo wäre der, der die Dinge des Himmels zu erkennen und eine Seele oder einen Geist zu sehen und davon zu erzählen vermöchte, oder hinaufsteigen könnte und nun alle ihre Enden sähe und sie begriffe oder es ihnen gleichtäte?

13. Und wo wäre irgendein Mann, der wissen könnte, wie die Breite und Länge der Erde ist, und wem wären alle ihre Masse gezeigt worden?

14. Oder gibt es etwa irgendjemand, der die Länge des Himmels erkennen könnte, und wie viel seine Höhe beträgt, und worauf er gegründet ist, und wie groß die Zahl der Sterne ist, und wo alle Lichter ruhen?

 

Kap. 91. [12] Und darnach wird eine andere Woche, die achte, die der Gerechtigkeit sein, und es wird ihr ein Schwert gegeben werden, damit Gericht und Gerechtigkeit geübt werde an denjenigen, welche Gewalttätigkeiten begehen, und die Sünder werden in die Hände der Gerechten ausgeliefert werden.

13. Und am Ende derselben werden sie Häuser erwerben infolge ihrer Gerechtigkeit, und es wird ein Haus gebaut werden für den großen König in Herrlichkeit bis in Ewigkeit.

14. Und darnach in der neunten Woche wird das gerechte Gericht der ganzen Welt offenbart werden, und alle Werke der Gottlosen werden verschwinden von der Erde; und die Welt wird für den Untergang aufgeschrieben werden, und alle Menschen werden schauen nach dem Wege der Rechtschaffenheit.

15. Und darnach in der zehnten Woche im siebenten Teile findet das große ewige Gericht statt, in dem er Vergeltung üben wird unter den Engeln.

16. Und der erste Himmel wird verschwinden und vergehen, und ein neuer Himmel wird erscheinen, und alle Kräfte der Himmel werden siebenfach leuchten in Ewigkeit.

17. Und darnach werden viele Wochen, ohne Zahl, bis in Ewigkeit in Güte und Gerechtigkeit sein, und die Sünde wird von da an nicht mehr erwähnt werden bis in Ewigkeit.

 

Kap. 94. Und nun sage ich euch, meine Kinder: Liebet die Gerechtigkeit und wandelt in ihr, denn die Wege der Gerechtigkeit sind wert, dass man sie annehme, und die Wege der Ungerechtigkeit vergehen und schwinden plötzlich dahin.

2. Und gewissen Leuten vom künftigen Geschlecht werden die Wege der Gewalttätigkeit und des Todes offenbart werden, und sie werden sich von ihnen fernhalten und ihnen nicht folgen.

3. Und nun sage ich euch, den Gerechten: Wandelt nicht auf bösen Wegen noch auf den Pfaden des Todes, und nahet euch ihnen nicht, dass ihr nicht umkommt,

4. sondern suchet und wählet euch die Gerechtigkeit und ein wohlgefälliges Leben und wandelt auf den Wegen des Friedens, dass ihr lebet und es euch wohl gehe.

5. Und haltet meine Rede fest in den Gedanken eures Herzens und lasset sie nicht austilgen aus eurem Herzen, denn ich weiß, dass die Sünder die Menschen verführen werden, die Weisheit zu einer schlechten zu machen — aber es wird kein Platz dafür gefunden werden — und (dass) Versuchungen aller Art nicht abnehmen werden.

6. Wehe denjenigen, welche Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit aufbauen und Betrug als Grund legen, denn plötzlich werden sie vernichtet werden und werden keinen Frieden haben.

7. Wehe denen, die ihre Häuser mit Sünde bauen, denn sie werden ganz von Grund aus ausgerottet werden und durch das Schwert fallen; und welche Gold und Silber erwerben, werden im Gericht bald zu Grunde gehen.

8. Wehe euch, ihr Reichen, denn auf euren Reichtum habt ihr vertraut, und von eurem Reichtum werdet ihr fortmüssen, weil ihr nicht an den Höchsten gedacht habt in den Tagen eures Reichtums.

9. Ihr habt Lästerung und Ungerechtigkeit verübt und seid reif geworden für den Tag des Blutvergießens und für den Tag der Finsternis und für den Tag des großen Gerichts.

10. Solches rede ich und tue es euch kund, dass euch vernichten wird, der euch geschaffen hat; und über euren Sturz wird kein Mitleid herrschen, und euer Schöpfer wird sich über euren Untergang freuen.

11. Und eure Gerechten werden in jenen Tagen ein Vorwurf sein für Sünder und Gottlose.

 

Kap. 95. O dass meine Augen eine Wasserwolke wären, und ich über euch weinen und meine Tränen vergießen könnte wie eine Wasserwolke, damit ich Ruhe bekäme vor dem Kummer meines Herzens.

2. Wer hat euch erlaubt, Lästerung und Bosheit zu verüben? So wird euch Sünder das Gericht treffen.

3. Fürchtet euch nicht, ihr Gerechten, vor den Sündern, denn der Herr wird sie wieder in eure Hand überliefern, dass ihr Gericht an ihnen übet, wie es euch wohlgefällt.

4. Wehe euch, die ihr Bannflüche schleudert, die (nicht) zu lösen sind: Heilung soll fern von euch sein um eurer Sünde willen.

5. Wehe euch, die ihr eurem Nächsten mit Bösem vergeltet, denn es wird euch vergolten werden nach eurem Thun.

6. Wehe euch Lügenzungen, und denen, die Unrecht darwägen, denn ihr werdet eilends zu Grunde gehen.

7. Wehe euch, ihr Sünder, dass ihr die Gerechten verfolget, denn ihr werdet dahingegeben und vom Unrecht verfolgt werden, und sein Joch wird schwer auf euch lasten.

 

Kap. 96. Hoffet, ihr Gerechten, denn bald werden die Sünder vor euch vernichtet werden, und ihr werdet die Herrschaft über sie bekommen, wie es euch gefällt.

2. Und am Tage der Not der Sünder werden eure Jungen sich erheben und auffahren wie Adler, und höher als der Geier nistet wird euer Nest sein, und ihr werdet hinaufsteigen und wie das Kaninchen in die Klüfte der Erde und in die Spalten der Felsen eindringen für alle Zeit vor den Ungerechten; und sie werden euretwegen seufzen und weinen wie Sirenen.

3. Und fürchtet euch nicht, ihr Leidenden, denn Heilung wird euch zu teil werden, und ein helles Licht wird euch leuchten, und die Stimme der Ruhe werdet ihr vom Himmel herhören.

4. Wehe euch, ihr Sünder! euer Reichtum zwar lässt euch als Gerechte erscheinen, aber euer Herz überführt euch, dass ihr Sünder seid; und diese Rede wird euch gegenüber ein Zeugnis sein zur Erinnerung an die Übeltaten.

5. Wehe euch, die ihr das Beste des Weizens verzehrt und die Kraft des Ursprungs der Quelle trinkt und die Niedrigen mit eurer Kraft zu Boden tretet.

6. Wehe euch, die ihr jederzeit Wasser trinket, denn es wird euch bald vergolten werden: es wird mit euch zu Ende gehen und ihr werdet vertrocknen, weil ihr die Quelle des Lebens verlassen habt.

7. Wehe euch, die ihr Ungerechtigkeit, Betrug und Lästerung verübt, es wird ein Darangedenken geben euch gegenüber zum Bösen.

8. Wehe euch, ihr Mächtigen, die ihr mit Gewalt den Gerechten zu Boden schlagt, denn es wird der Tag eures Verderbens kommen; in jener Zeit werden für die Gerechten viele und gute Tage kommen, am Tage eures Gerichtes.

 

Kap. 97. Glaubt, ihr Gerechten, dass die Sünder werden zu Schanden werden und umkommen am Tage der Ungerechtigkeit.

2. Kund wird es euch werden, dass der Höchste an euren Untergang denkt, und die Engel des Himmels sich über eure Vernichtung freuen.

3. Was wollt ihr dann tun, ihr Sünder, und wohin wollt ihr an jenem Tage des Gerichtes fliehen, wenn ihr die Stimme des Gebets der Gerechten hören werdet?

4. Es wird euch aber gehen wie jenen, gegen die jenes Wort ein Zeugnis sein wird: »Ihr seid Genossen der Sünder gewesen«.

5. Und in jenen Tagen wird das Gebet der Gerechten zum Herrn dringen, und für euch werden die Tage eures Gerichts kommen.

6. Und alle eure ungerechten Reden werden vorgelesen werden vor dem Großen und Heiligen, und euer Antlitz wird vor Scham erröten, und jedes Werk, das auf Ungerechtigkeit gegründet ist, wird er verwerfen.

7. Wehe euch, ihr Sünder, mitten im Meere und auf dem Festlande, deren Gedenken euch verderblich ist.

8. Wehe euch, die ihr Silber und Gold in unrechtmäßiger Weise erwerbt und sagt: »Wir sind reich geworden, haben Hab und Gut und besitzen alles, was wir wünschen.

9. Und nun wollen wir ausführen, was wir ersonnen haben, denn wir haben Silber zusammengebracht und unsere Vorratshäuser gefüllt wie mit Wasser, und zahlreich sind die Ackerleute unserer Häuser«.

10. Und wie Wasser wird auch eure Lüge zerrinnen; denn der Reichtum wird euch nicht bleiben, sondern eilends von euch hinauffahren, weil ihr alles mit Unrecht erworben habt, und ihr werdet dem großen Fluche verfallen.

 

Kap. 98. » Und nun schwöre ich euch, den Weisen und den Toren, ihr werdet auf Erden viel zu Gesicht bekommen.

2. Denn Schmuck werdet ihr Männer euch mehr anlegen als ein Weib und Buntes mehr als ein junges Mädchen; in Königswürde, Hoheit und Machtfülle, in Silber und Gold und Purpur, in Ehre und Speisen gehen sie auf wie zerfließendes Wasser.

3. Darum haben sie keine Lehre und Weisheit, und infolgedessen werden sie zu Grunde gehen mitsamt ihren Reichtümern und mit aller ihrer Herrlichkeit und Ehre, und in Schande, Todesnot und großer Armut wird ihr Geist in den feurigen Ofen geworfen werden.

4. Ich schwöre euch, ihr Sünder, wie ein Berg nicht zu einem Sklaven geworden ist noch werden wird, und eine Anhöhe nicht zur Magd für ein Weib, also ist auch die Sünde nicht auf die Erde geschickt worden, sondern die Menschen haben sie aus ihrem eigenen Selbst erschaffen, und großer Verdammnis werden die verfallen, welche sie begehen.

5. Und Unfruchtbarkeit ist dem Weibe nicht von Natur aus gegeben worden, sondern um des Thuns ihrer Hände willen stirbt sie ohne Kinder.

6. Ich schwöre euch, ihr Sünder, bei dem Heiligen und Großen, dass all euer böses Tun offenbar ist in den Himmeln, und dass es kein Werk der Gewalttätigkeit bei euch gibt, welches bedeckt und verborgen wäre.

7. Und wähnet nicht in eurem Geiste und saget nicht in eurem Herzen, ihr wüsstet nicht und sähet nicht, dass jede Sünde im Himmel vor dem Höchsten täglich aufgeschrieben wird.

8. Von nun an wisst ihr, dass alle eure Gewalttätigkeit, die ihr begehet, aufgeschrieben wird an jedem Tage bis zum Tage eures Gerichts.

9. Wehe euch, ihr Toren, denn ihr werdet durch eure Torheit umkommen; und um die Weisen kümmert ihr euch nicht, somit wird Gutes nicht zu euch kommen.

10. Und nun wisset, dass ihr reif seid für den Tag des Verderbens, und hoffet nicht, dass ihr am Leben bleiben werdet, ihr Sünder; ihr werdet vielmehr dahingehen und sterben, weil ihr kein Lösegeld kennt. Denn ihr seid reif für den Tag des großen Gerichts und für den Tag der Trübsal und großen Schmach für euren Geist.

11. Wehe euch, ihr Herzverstockten, die ihr Böses tut und Blut esset; woher esset, trinket und sättiget ihr euch so vortrefflich? Doch von all dem Guten, das der Herr, der Höchste, in Fülle auf Erden gegeben hat: (darum) sollt ihr keinen Frieden haben.

12. Wehe euch, die ihr ungerechtes Thun liebt, warum erhoffet ihr Gutes für euch? Wisset, dass ihr in die Hände der Gerechten werdet gegeben werden, und sie werden euch den Hals durchschneiden und werden euch töten ohne Erbarmen.

13. Wehe euch, die ihr euch freut über die Not der Gerechten, denn für euch wird kein Grab gegraben werden.

14. Wehe euch, die ihr die Worte der Gerechten für eitel erklärt, ihr werdet keine Hoffnung auf das Leben haben.

15. Wehe euch, die ihr Lügenworte niederschreibt und Reden der Gottlosen, denn die schreiben ihre Lüge nieder, dass man sie höre und das andere vergesse; sie werden keinen Frieden haben, sondern eines plötzlichen Todes sterben.

 

Kap. 99. Wehe denen, welche Gottlosigkeiten begehen und Lügenreden loben und verherrlichen; ihr werdet zu Grunde gehen und kein gutes Leben haben.

2. Wehe denen, welche die Worte der Wahrheit verkehren, das ewige Gesetz übertreten, und sich selbst zu dem machen, was sie vordem nicht waren, zu Sündern; auf Erden sollen sie niedergetreten werden.

3. In jenen Tagen macht euch bereit, ihr Gerechten, eure Gebete ins Gedächtnis zu bringen, und legt sie als Zeugnis den Engeln vor, dass sie die Sünde der Sünder dem Höchsten zur Erinnerung vorlegen.

4. Und in jenen Tagen werden die Völker in Aufruhr kommen, und die Geschlechter der Völker werden sich erheben am Tage des Verderbens.

5. Und in jenen Tagen werden die, welche in Not sind, hingehen und ihre Kinder zerreißen und sie von sich werfen; ihre Kinder werden ihnen entgleiten, und während sie an der Brust liegen, werden sie ihre Kleinen dahinwerfen und werden nicht zu ihnen zurückkehren und sich nicht ihrer Lieben erbarmen.

6. Abermals schwöre ich euch Sündern, dass die Sünde reif ist für den Tag unaufhörlichen Blutvergießens.

7. Und sie werden Steine anbeten, und andere werden Bilder von Gold und Silber, Holz und Thon bilden, und andere werden böse Geister und Dämonen und allerlei Idole anbeten [und das] im Unverstand, aber es wird keine Hilfe von ihnen zu erlangen sein.

8. Und sie werden in Gottlosigkeit versinken wegen der Torheit ihres Herzens, und ihre Augen werden geblendet sein durch die Furcht ihres Herzens und die Gesichte ihrer Träume.

9. Durch sie werden sie gottlos und voll Furcht werden, denn alle ihre "Werke tun sie in Lüge und beten Steine an; so werden sie in einem Augenblick umkommen.

10. Selig sind in jenen Tagen alle diejenigen, welche die Worte der Weisheit annehmen und verstehen und den Wegen des Höchsten folgen und auf dem Pfad seiner Gerechtigkeit wandeln und nicht gottlos sind mit den Gottlosen, denn sie werden gerettet werden.

11. Wehe euch, die ihr die Bosheit bis zu eurem Nächsten ausdehnt, ihr werdet in der Hölle getötet werden.

12. Wehe euch, die ihr ein falsches und betrügerisches Maß führt und auf Erden Erbitterung hervorruft, denn dadurch wird es mit ihnen ein Ende nehmen.

13. Wehe euch, die ihr eure Häuser mit der Fronarbeit anderer baut, und deren Baumaterial lauter Ziegel und Steine der Sünde sind; ich sage euch, ihr werdet keinen Frieden haben!

14. Wehe denen, die das Maß und das ewige Erbteil ihrer Väter verwerfen und deren Seele den Götzen folgt; sie werden keine Ruhe haben.

15. Wehe denen, welche Ungerechtigkeit begehen und die Gewalttätigkeit unterstützen und ihren Nächsten töten bis auf den Tag des großen Gerichts.

16. Denn er wird eure Herrlichkeit zu Boden stürzen und Kummer in euer Herz bringen, und er wird seinen Zorn erregen, und dessen Hauch wird euch alle mit dem Schwert umbringen; und all die Gerechten und Heiligen werden eurer Sünde gedenken.

 

Kap. 100. Und in jenen Tagen werden die Väter mit ihren Sühnen an einem Orte erschlagen werden, und Brüder miteinander im Tode fallen, bis es einem Strome gleich von ihrem Blut strömt.

2. Denn ein Mann wird seine Hand nicht zurückhalten von seinen Söhnen und Enkeln, sie zu töten und der Sünder wird seine Hand nicht zurückhalten von seinem hochgeehrten Bruder; vom Morgengrauen bis die Sonne sinkt werden sie einander morden.

3. Und das Ross wird bis an die Brust im Blute der Sünder waten, und der Wagen bis zu seiner Höhe einsinken.

4. Und in jenen Tagen werden die Engel herabkommen in die Verstecke und alle, welche die Sünde herabbrachten, an einen Ort zusammenbringen; und der Höchste wird sich an jenem Tage des Gerichts erheben, um das große Gericht unter den Sündern zu halten.

5. Und zu Wächtern wird er über alle Gerechten und Heiligen heilige Engel setzen, dass sie sie behüten wie einen Augapfel, bis, dass er allem Bösen und aller Sünde ein Ende machen wird; und wenn auch die Gerechten einen langen Schlaf schlafen, so haben sie doch nichts zu fürchten.

6. Und die weisen Menschen werden die Wahrheit sehen, und die Kinder der Erde werden alle Worte dieses Buches verstehen und erkennen, dass ihr Reichtum sie nicht retten kann beim Zusammensturz ihrer Sünde.

7. Wehe euch, ihr Sünder, wenn ihr die Gerechten peiniget am Tage der argen Drangsal und sie mit Feuer verbrennt; es wird euch vergolten werden nach euren Taten.

8. Wehe euch, ihr Herzverstockten, die ihr wachet, um Böses auszusinnen: Furcht soll über euch kommen, und keiner wird euch helfen.

9. Wehe euch, ihr Sünder, wegen der Rede eures Mundes und der Werke eurer Hände, die Werke eures gottlosen Sinnes sind: ihr werdet in einem Brande lodernden Feuers brennen.

10. Und nun wisset, dass er bei den Engeln im Himmel nach euren Taten forschen wird, und bei Sonne, Mond und Sternen nach eurer Sünde, weil ihr auf Erden an den Gerechten Gericht übt.

11. Und er wird gegen euch zu Zeugen aufrufen jede Wolke, Nebel, Tau und Regen, denn sie alle werden vor euch zurückgehalten werden, dass sie nicht auf euch herabkommen können, und sie werden eurer Sünde gedenken.

12. Und nun gebt dem Regen Geschenke, dass er sich nicht weigere, auf euch herabzukommen, und dass der Tau, wenn er von euch Gold und Silber empfangen hat, herniederkomme.

13. Wann Reif und Schnee mit ihrer Kälte und alle Schneestürme mit allen ihren Plagen auf euch fallen werden, in jenen Tagen werdet ihr nicht vor ihnen bestehen können.

 

Kap. 101. Betrachtet den Himmel, ihr Kinder des Himmels, und jedes Werk des Höchsten; fürchtet euch vor ihm und tut nichts Böses vor ihm.

2. Wenn er die Fenster des Himmels schließt und Regen und Tau zurückhält, dass sie euretwegen nicht auf die Erde herabkommen, was wollt ihr da tun?

3. Und wenn er seinen Zorn über euch schickt, um aller eurer Taten willen, so könnt ihr ihn nicht anflehen, weil ihr hochmütige und freche Reden gegen seine Gerechtigkeit führt; und so werdet ihr keinen Frieden haben.

4. Und sehet ihr nicht die Könige (r. Matrosen) der Schiffe, wie ihre Schiffe von den Wogen hin und hergeworfen und von den Winden geschaukelt werden und in Bedrängnis kommen,

5. und wie sie deshalb in Furcht geraten, weil all ihre beste Habe mit ihnen auf die See hinausging, und sie nichts Gutes ahnen in ihrem Herzen, nämlich, dass das Meer sie verschlingen, und sie in ihm untergehen möchten?

6. Ist nicht das ganze Meer und alle seine Wasser und all seine Bewegung ein Werk des Höchsten, und hat er nicht all sein Thun versiegelt, und hat er es nicht ganz mit Sand umschlossen?

7. Bei seinem Schelten fürchtet es sich und trocknet aus, und alle seine Fische sterben und alles, was darin ist; ihr Sünder aber, die ihr auf der Erde seid, fürchtet ihn nicht!

8. Hat er nicht Himmel und Erde und alles, was darauf ist, gemacht? Und wer hat Belehrung und Weisheit allem, was sich auf Erden und im Meere regt, gegeben?

9. Fürchten nicht jene Könige (r. Matrosen) der Schiffe das Meer? Die Sünder aber fürchten den Höchsten nicht!

 

Kap. 102. Wohin wollt ihr in jenen Tagen, wenn er euch mit schmerzbringendem Feuer überschüttet, fliehen, und wo eure Rettung suchen? Und wenn er sein Wort gegen euch schleudert, werdet ihr nicht erschrecken und in Furcht geraten?

2. Und alle Lichter werden in großer Furcht beben, und die ganze Erde wird erschrecken, zittern und zagen.

3. Und alle Engel werden ihren Befehl vollbringen und sich zu verbergen suchen vor der großen Herrlichkeit, und die Kinder der Erde werden zittern und beben, und ihr, ihr Sünder, seid verflucht auf ewig und werdet keinen Frieden haben.

4. Fürchtet euch nicht, ihr Seelen der Gerechten, und hoffet, die ihr in Gerechtigkeit gestorben seid.

5. Und seid nicht traurig, wenn eure Seele mit Kummer in das Totenreich hinabfährt und euer Leib bei euren Lebzeiten nicht gefunden hat, was eure Vortrefflichkeit verdiente, sondern seid vielmehr traurig über den Tag, da ihr zu Sündern wurdet, und über den Tag des Fluches und des Strafgerichts.

6. Und wenn ihr sterbt, sprechen die Sünder über euch: »Wie wir sterben, sterben die Gerechten, und was für einen Nutzen haben sie von ihren Taten gehabt?

7. Siehe, wie wir, so sterben sie in Kummer und Finsternis; und was ist ihr Vorzug vor uns? Von nun an sind wir gleich.

8. Und was werden sie erhalten und was werden sie schauen in Ewigkeit? Denn siehe, auch sie sind tot, und von nun an bis in Ewigkeit werden sie das Licht nicht mehr sehen.«

9. Ich sage euch, ihr Sünder, euch genügt es, zu essen und zu trinken, die Menschen nackt auszuziehen, zu rauben und zu sündigen, Besitz zu erwerben und gute Tage zu sehen.

10. »Habt ihr die Gerechten gesehen, wie ihr Ende war? Irgendwelche Gewalttätigkeit war ja bei ihnen nicht zu finden bis auf den Tag ihres Todes;

11. und doch sind sie untergegangen und sind geworden, als wären sie nie gewesen, und ihre Seelen sind in Trübsal in das Totenreich hinabgefahren.«

 

Kap. 103. Und nun schwöre ich euch, den Gerechten, bei der Herrlichkeit dessen, der groß und ruhmreich und mächtig an Herrschaft ist, und bei seiner Majestät schwöre ich euch:

2. Ich kenne das Geheimnis und habe es auf den himmlischen Tafeln gelesen und habe das Buch der Heiligen gesehen und darin geschrieben und eingezeichnet gefunden über sie,

3. dass alles Gute und Ehre und Freude bereitet und aufgeschrieben ist für die Geister derer, die in Gerechtigkeit gestorben sind, und dass euch viel Gutes gegeben werden wird als Vergeltung für eure Mühe, und dass euer Los besser ist, als dass Los der Lebendigen.

4. Und die Geister von euch, die ihr in Gerechtigkeit gestorben seid, werden leben, und sie werden sich freuen und frohlocken; und ihre Geister werden nicht untergehen, noch ihr Gedächtnis vor dem Angesicht des Großen bis auf alle Geschlechter der Welt; und jetzt fürchtet euch nicht vor ihrer Schmähung.

5. Wehe euch, ihr Sünder, nach dem Tode, wenn ihr in dem Reichtum eurer Sünde sterbt, und euresgleichen von euch sagen: »Selig sind die Sünder, alle ihre Tage haben sie gesehen;

6. und jetzt sind sie gestorben in Glück und Reichtum, Trübsal und Todesnot haben sie nicht gesehen in ihrem Leben. In Herrlichkeit sind sie gestorben, und ein Gericht wurde an ihnen zu ihren Lebzeiten nicht vollzogen.«

7. Ihr sollt wissen, dass man ihre Seelen in das Totenreich wird hinabfahren lassen, und dass es ihnen schlecht gehen und ihre Trübsal groß sein wird.

8. In Finsternis, Fesselung und lodernde Flammen, da, wo das große Gericht stattfindet, wird euer Geist geraten, und das Gericht wird dauern für alle Geschlechter der Welt; wehe euch, ihr werdet keinen Frieden haben!

9. Sagt nicht im Sinne der Gerechten und Guten, die einst am Leben waren: »In den Tagen unserer Not haben wir uns mit mühseliger Arbeit abgequält und haben alle Not zu sehen bekommen und haben viel Böses ertragen müssen. Wir sind aufgerieben worden, unsere Zahl ist zusammengeschmolzen und unser Geist ist kleinmütig geworden.

10. Wir sind umgekommen und haben niemand gefunden, der uns auch nur mit einem Wort geholfen hätte; wir sind geplagt worden und zu Grunde gegangen und haben nicht gehofft, das Leben zu sehen von einem Tage zum andern.

11. Wir hofften das Haupt zu sein und sind der Schwanz geworden; wir mühten uns ab mit Arbeiten und genossen nicht den Ertrag unserer Mühe; wir wurden zum Fraß für die Sünder, und die Ungerechten ließen ihr Joch schwer auf uns lasten.

12. Es wurden zu Herrschern über uns diejenigen, welche von Hass gegen uns erfüllt waren und uns schlugen; und denen, die uns hassten, beugten wir unser Nacken, und sie hatten kein Erbarmen mit uns.

13. Und wir suchten ihnen zu entgehen, um zu flüchten und Ruhe zu haben, aber wir fanden keinen Ort, wohin wir unsere Zuflucht nehmen und uns vor ihnen retten konnten.

14. Und wir klagten über sie bei den Herrschern in unserer Not und schrien über die, die uns verzehrten, aber sie achteten nicht auf unser Geschrei und wollten unsere Stimme nicht hören.

15. Sie halfen vielmehr denen, die uns beraubten und aufzehrten und unsere Zahl verringerten, und sie verheimlichten ihre Bedrückung und nahmen nicht von uns das Joch derer, die uns aufzehrten, auseinandersprengten und mordeten; und sie verheimlichten unsere Ermordung und dachten nicht daran, dass sie (die Bedrückter) die Hände gegen uns erhoben hatten.«

 

Kap. 104. Ich schwöre euch, dass im Himmel die Engel eurer gedenken werden zum Guten vor der Herrlichkeit des Großen; eure Namen werden aufgeschrieben werden vor der Herrlichkeit des Großen.

2. Hoffet! denn zuerst hattet ihr Schmach zu erdulden in Unglück und Not, jetzt aber werdet ihr leuchten wie die Lichter des Himmels, ihr werdet leuchten und gesehen werden, und die Pforte des Himmels wird euch aufgetan werden.

3. Und rufet mit eurem Geschrei das Gericht herbei, so wird es euch erscheinen; denn für alle eure Drangsale wird er von den Fürsten Rechenschaft fordern und von all den Helfern derer, die euch beraubten.

4. Hoffet und lasset nicht von eurer Hoffnung, denn euch wird große Freude zu teil werden, wie die der Engel im Himmel.

5. Was werdet ihr dann tun müssen? Ihr werdet euch nicht zu verbergen brauchen am Tage des großen Gerichts, und werdet nicht als Sünder erfunden werden; und das ewige Gericht wird euch fern bleiben für alle Geschlechter der Welt.

6. Und nun fürchtet euch nicht, ihr Gerechten, wenn ihr die Sünder erstarken und vorwärts kommen seht auf ihren Wegen; und habt keine Gemeinschaft mit ihnen, sondern haltet euch fern von ihrer Gewalttätigkeit, denn Genossen der Guten (r. Engel) des Himmels sollt ihr werden.

7. Denn ihr Sünder sprechet zwar: »Ihr sollt es nicht erforschen, und alle unsere Sünden werden nicht aufgeschrieben!« — sie schreiben doch alle eure Sünden auf, jeden Tag.

8. Und nun werde ich euch zeigen, dass Licht und Finsternis, Tag und Nacht alle eure Sünden sehen.

9. Seid nicht gottlos in eurem Herzen und lüget nicht, verkehret nicht das Wort der Wahrheit und zeihet das Wort des Heiligen und Großen nicht der Lüge, und achtet nicht eure Götzen, denn alle eure Lüge und Gottlosigkeit dient nicht zur Gerechtigkeit, sondern zu großer Sünde.

10. Und nun weiß ich dieses Geheimnis, dass die Sünder das Wort der Wahrheit vielfach ändern und verdrehen werden, und dass sie schlimme Reden führen, lügen und große Betrügereien erfinden werden und dass sie Bücher über ihre Reden schreiben werden.

11. Wenn sie aber alle Reden richtig niederschreiben in ihren Sprachen und nichts ändern und kürzen an meinen Reden, sondern alles richtig niederschreiben, alles, was ich zuvor über sie bezeugt habe:

12. so weiß ich ein anderes Geheimnis, dass nämlich den Gerechten und Weisen die Bücher werden gegeben werden zur Freude, zur Rechtschaffenheit und zu vielfältiger Weisheit.

13. Und ihnen werden die Bücher gegeben werden, und sie werden daran glauben und sich darüber freuen, und alle Gerechten, die aus ihnen alle Pfade der Rechtschaffenheit kennen lernten, werden ihren Lohn empfangen.

 

Kap. 105. Und in jenen Tagen, spricht der Herr, sollen sie die Söhne der Erde rufen und Zeugnis ablegen von der Weisheit derselben; zeiget sie ihnen, denn ihr seid ihre Führer, und die Belohnungen, die über die ganze Erde kommen sollen.

2. Denn ich und mein Sohn werden uns mit ihnen auf ewig auf den Pfaden der Rechtschaffenheit während ihres Lebens vereinigen, und Friede wird euch werden. Freuet euch, ihr Kinder der Rechtschaffenheit. Amen.«

 

Kap. 106. » Und nach einiger Zeit nahm mein Sohn Methusala seinem Sohne Lamech ein Weib, und sie ward von ihm schwanger und gebar einen Sohn.

2. Und sein Leib war weiß wie Schnee und rot wie Rosenblüte, und das Haar seines Hauptes und sein Scheitel weiß wie Wolle, und seine Augen schön; und wenn er seine Augen aufschlug, erhellten sie das ganze Haus wie die Sonne, so dass das ganze Haus sehr hell war.

3. Und darnach richtete er sich unter den Händen der Wehemutter auf, öffnete seinen Mund und redete mit dem Herrn der Gerechtigkeit.

4. Und sein Vater Lamech fürchtete sich vor ihm, floh und kam zu seinem Vater Methusala

5. und sprach zu ihm: »Ich habe einen sonderbaren Sohn gezeugt, er ist nicht wie ein Mensch, sondern gleicht den Kindern der Engel des Himmels, und seine Natur ist eine andere, und er ist nicht wie wir; seine Augen sind wie die Strahlen der Sonne, sein Antlitz leuchtend.

6. Und es scheint mir, als ob er nicht von mir, sondern von Engeln stamme, und ich fürchte, es möchte in seinen Tagen ein Wunder auf Erden geschehen.

7. Und nun, mein Vater, bin ich hier, dich flehentlich zu bitten, du möchtest zu unserem Vater Henoch gehen, um von ihm die Wahrheit zu erfahren, denn er hat seinen Wohnsitz bei den Engeln.«

8. Und als Methusala die Rede seines Sohnes gehört hatte, kam er zu mir an die Enden der Erde, denn er hatte vernommen, dass ich daselbst wäre; und er schrie, und ich hörte seine Stimme, kam zu ihm und sprach zu ihm: »Sieh, da bin ich, mein Sohn, denn du bist zu mir gekommen.« (r. warum bist du zu mir gekommen?)

9. Und er antwortete mir und sprach: »Um einer großen Sorge willen bin ich zu dir gekommen, und wegen einer beunruhigenden Erscheinung habe ich mich dir genähert.

10. Und nun höre mich, mein Vater: Meinem Sohne Lamech ist ein Sohn geboren worden, dessen Gleichen es nicht gibt und dessen Natur nicht wie die Natur eines Menschen ist. Seine Farbe ist weißer als Schnee und röter als Rosenblüte, das Haar seines Hauptes ist weißer als weiße Wolle, und seine Augen wie Strahlen der Sonne; und als er seine Augen aufschlug, erhellten sie das ganze Haus.

11. Und er richtete sich unter den Händen der Wehemutter auf, öffnete seinen Mund und pries den Herrn des Himmels.

12. Da fürchtete sich sein Vater Lamech und floh zu mir, und er glaubt nicht, dass er von ihm stamme, sondern das Ebenbild der Engel im Himmel sei; und siehe, ich bin zu dir gekommen, dass du mir die Wahrheit kundtust.«

13. Und ich, Henoch, antwortete und sprach zu ihm: »Der Herr will Neues auf Erden schaffen; und das habe ich bereits im Gesicht gesehen und dir kundgetan, dass im Zeitalter meines Vaters Jared einige aus der Hohe des Himmels das Wort des Herrn übertraten.

14. Und siehe, sie taten Sünde und übertraten das Gesetz, und sie vereinigten sich mit den Weibern, und sündigten mit ihnen, und sie heirateten einige von ihnen und zeugten Kinder mit ihnen.

15. Und ein großes Verderben wird über die ganze Erde kommen, und eine Wasserflut und großes Verderben wird ein Jahr lang herrschen.

16. Und es wird geschehen, dass eben dieser Sohn, der euch geboren wurde, auf Erden übrigbleiben wird, und seine drei Söhne werden mit ihm gerettet werden; wenn alle Menschen, die auf Erden sind, sterben, wird er mit seinen Söhnen gerettet werden.

17. Sie zeugten Riesen auf Erden nicht dem Geiste, sondern dem Fleische nach. Und ein großes Strafgericht wird über die Erde kommen, und die Erde reingewaschen werden von aller Unreinigkeit.

18. Und nun tue deinem Sohne Lamech kund, dass der, der geboren worden ist, in Wahrheit sein Sohn ist, und nenne seinen Namen Noah; denn er wird euch ein Rest sein, und er und seine Kinder werden errettet werden aus der Vernichtung, die über die Erde kommen wird wegen all der Sünde und all der Ungerechtigkeit, die in seinen Tagen auf Erden vollbracht werden wird.

19. Und darnach wird die Ungerechtigkeit noch viel grösser werden als die, welche zuvor vollbracht worden ist; denn ich kenne die Geheimnisse der Heiligen, weil er, der Herr, sie mir gezeigt und kundgetan hat, und ich sie auf den himmlischen Tafeln gelesen habe.

 

Kap. 107. Und ich sah darauf geschrieben, dass Geschlecht für Geschlecht freveln wird, bis ein gerechtes Geschlecht aufsteht und der Frevel ausgetilgt wird, und die Sünde von der Erde verschwindet und alles Gute auf ihr hervorkommen wird.

2. Und nun mein Sohn, geh hin, tue deinem Sohn Lamech kund, dass dieser Sohn, der geboren worden ist, wahrhaftig sein Sohn ist und dass dies keine Lüge ist.«

3. Und als Methusala die Worte seines Vaters Henoch gehört hatte — er hatte ihm nämlich alle verborgenen Dinge gezeigt — da kehrte er zurück und zeigte (sie) ihm; und nannte den Namen jenes Sohnes Noah, denn er wird der Erde Freude bringen nach allem Verderben.

 

Kap. 108. Ein anderes Buch, das Henoch für seinen Sohn Methusala schrieb und für die, welche nach ihm kommen und das Gesetz halten werden in den letzten Tagen.

2. Ihr, die ihr Gutes getan habt, werdet auf diese Tage warten, bis mit denen, die Böses tun, ein Ende gemacht wird, und die Macht der Übeltäter ein Ende nimmt.

3. Wartet ihr nur, bis die Sünde vergeht; denn ihr Name soll aus dem Buche des Lebens und aus den heiligen Büchern ausgetilgt werden, und ihr Same soll auf ewig untergehen, und ihre Geister werden getötet werden, und sie werden schreien und wehklagen an einem wüsten und unkenntlichen Orte und im Feuer brennen, denn daselbst gibt es keine Erde.

4. Und ich sah dort etwas einer Wolke Ähnliches, was nicht zu erkennen war, denn wegen seiner Tiefe vermochte ich nicht es zu überschauen, und ich sah eine Feuerflamme lodern mit hellem Schein, und es kreisten dort Gestalten wie hell-leuchtende Berge, und sie wurden hierhin und dorthin getrieben.

5. Da fragte ich einen von den heiligen Engeln, welche bei mir waren, und sprach zu ihm: »Was ist dieses Hellleuchtende? Denn es ist kein Himmel, sondern nur die Flamme eines brennenden Feuers, dazu die Laute von Geschrei, Weinen, Wehklagen und heftigem Schmerz.«

6. Und er sprach zu mir: »Dieser Ort, den du siehst, — da werden die Geister der Sünder und Lästerer hingeworfen, und derer, die Böses tun und die alles umkehren, was Gott durch den Mund der Propheten als in Zukunft geschehend verkündet hat.

7. Denn es gibt darüber oben im Himmel Schriften und Aufzeichnungen, damit die Engel sie lesen und wissen, was den Sündern widerfahren wird, und den Geistern der Demütigen und derer, die ihren Leib kasteieten und dafür von Gott belohnt wurden, und derer, welche von bösen Menschen beschimpft wurden,

8. die Gott liebten, aber Silber und Gold nicht lieb hatten noch alle Güter in der Welt, sondern ihren Leib der Qual hingaben,

9. und die, seit sie ins Leben traten, nicht irdische Speise begehrten, sondern sich für einen vergänglichen Hauch hielten und darnach lebten; und vielfach prüfte sie der Herr, aber sie wurden in Reinheit befunden, seinen Namen zu preisen.

10. Und alle Segnungen, die ihnen bestimmt sind, habe ich in den Büchern aufgezählt; und er hat ihnen ihren Lohn bestimmt, weil sie als solche befunden wurden, die den Himmel mehr liebten als ihr Leben in der Welt, und, während sie von bösen Menschen zu Boden getreten wurden und von ihnen Schmähungen und Lästerungen zu hören bekamen und beschimpft wurden, nichts desto weniger mich priesen.

11. Und nun werde ich die Geister der Guten aus dem Geschlechte des Lichtes rufen, und werde die in Finsternis Geborenen verklären, welche in ihrem Fleische nicht mit der Ehre gelohnt wurden, wie sie ihrer Treue gebührte.

12. Und ich will in hellleuchtendem Lichte diejenigen herausführen, welche meinen heiligen Namen liebten, und will jeden einzelnen auf den Thron seiner Ehre setzen.

13. Und sie werden glänzen Zeiten ohne Zahl hindurch, denn Gerechtigkeit ist das Gericht Gottes; denn den Treuen wird er Treue halten in der Wohnung der Pfade der Rechtschaffenheit.

14. Und sie werden sehen, wie die in Finsternis Geborenen in die Finsternis gestoßen werden, während die Gerechten glänzen.

15. Die Sünder aber werden schreien und jene sehen, wie sie glänzen, und auch sie werden dahingehen, wo ihnen Tage und Zeiten bestimmt sind.

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