Das Buch Henoch - Kap. 72-82 Empfehlung

Montag, 16 Januar 2017 19:09

Das Buch vom Umlauf der Himmelslichter

 

Kap. 72. Das Buch über den Umlauf der Himmelslichter, wie es sich mit den einzelnen verhält nach ihren Klassen, nach ihrer Herrschaft und ihrer Zeit, nach ihrem Namen und ihren Ursprungsorten und ihren Monaten, die mir Uriel, der heilige Engel, der bei mir war und der ihr Führer ist, zeigte; und er zeigte mir die ganze Beschreibung, wie es sich damit verhält, und wie es sich mit allen Jahren der Welt verhält bis in Ewigkeit, bis die neue Schöpfung, die in Ewigkeit währt, geschaffen wird.

2. Und das ist das erste Gesetz der Lichter: das Licht »Sonne« hat seinen Aufgang in den Toren des Himmels, die nach Osten zu liegen, und seinen Untergang in den westlichen Toren des Himmels.

3. Und ich sah sechs Tore, aus denen die Sonne hervorgeht, und sechs Tore, wo die Sonne untergeht; auch der Mond geht in jenen Toren auf und unter, und die Führer der "Sterne samt denen, die sie führen. Sechs sind im Osten und sechs im Westen, und alle eins genau nach dem andern gerichtet, und viele Fenster sind rechts und links von jenen Toren.

4. Zuerst geht das große Licht hervor, Sonne genannt, und sein Umkreis ist wie der Umkreis des Himmels, und es ist ganz mit Feuer angefüllt, welches Licht und Wärme spendet.

5. Und die Wagen, in denen es aufsteigt, treibt der Wind. Und die Sonne geht unter und verschwindet vom Himmel und wendet um in nördlicher Richtung, um ihren Weg gen Osten zu nehmen; und sie wird so geführt, dass sie zu dem betreffenden Tore kommt und leuchtet wieder am Himmel.

6. In dieser Weise geht sie im ersten Monat in dem großen Tore auf, und zwar geht sie gerade in dem vierten Tore von jenen sechs östlichen Toren auf.

7. Und an eben jenem vierten Tore, aus welchem die Sonne im ersten Monat hervorgeht, sind zwölf Fensteröffnungen, aus denen, wann sie zu ihrer Zeit geöffnet werden, Flammen hervorbrechen.

8. Wenn die Sonne am Himmel aufsteigt, kommt sie durch jenes vierte Tor dreißig Morgen lang hervor und genau durch das vierte Tor im Westen geht sie unter.

9. Und in dieser Zeit wird ein Tag immer länger als der andere und eine Nacht immer kürzer als die andere bis zum dreißigsten Morgen.

10. Und an jenem Tage ist der Tag um das Doppelte eines Neuntels länger als die Nacht, und der Tag umfasst gerade zehn Teile und die Nacht gerade acht Teile.

11. Und die Sonne geht aus jenem vierten Tore hervor und geht im vierten unter und kehrt zurück zum fünften Tore im Osten dreißig Morgen lang und geht aus diesem auf und geht im fünften Tore unter.

12. Dann wird der Tag um zwei Teile länger, und der Tag enthält elf Teile, und die Nacht wird kürzer und besteht aus sieben Teilen.

13. Und die Sonne kehrt nach Osten zurück und tritt in das sechste Tor ein, und sie geht im sechsten Tore auf und unter einunddreißig Morgen lang wegen seines Zeichens.

14. Und an jenem Tage wird der Tag länger als die Nacht, so dass der Tag das Doppelte der Nacht beträgt und aus zwölf Teilen besteht, und die Nacht wird kürzer und besteht aus sechs Teilen.

15. Und es erhebt sich die Sonne, so dass nun der Tag kürzer und die Nacht länger wird; und die Sonne kehrt nach Osten zurück und tritt in das sechste Tor ein und geht darin dreißig Morgen lang auf und unter.

16. Und wenn die dreißig Morgen um sind, ist der Tag gerade um ein Teil kürzer und besteht aus elf Teilen und die Nacht aus sieben Teilen.

17. Und die Sonne tritt im Westen aus jenem sechsten Tor und geht nach Osten und geht im fünften Tore dreißig Morgen lang auf und geht im Westen wieder im fünften westlichen Tore unter.

18. An jenem Tage wird der Tag um zwei Teile kürzer und besteht aus zehn Teilen und die Nacht aus acht Teilen.

19. Und die Sonne kommt aus jenem fünften Tore hervor und geht im fünften westlichen Tore unter; und sie geht im vierten Tore seines Zeichens wegen einunddreißig Morgen auf und geht im Westen unter.

20. An jenem Tage gleicht sich der Tag mit der Nacht aus und wird ebenso lang, und es umfasst die Nacht neun Teile und der Tag neun Teile.

21. Und die Sonne geht aus eben jenem Tore hervor und geht im Westen unter und kehrt nach Osten zurück und geht im dritten Tore dreißig Morgen lang auf und geht im Westen im dritten Tore unter.

22. Und an jenem Tage wird die Nacht länger als der Tag, und eine Nacht wird länger als die andere, und ein Tag wird kürzer als der andere bis zum dreißigsten Morgen; und die Nacht umfasst genau zehn Teile, und der Tag acht Teile.

23. Und die Sonne geht aus jenem dritten Tore hervor und geht im dritten Tore im Westen unter und kehrt nach Osten zurück und geht im zweiten Tore im Osten dreißig Morgen lang auf und geht ebenso im zweiten Tore im Westen des Himmels unter.

24. Und an jenem Tage besteht die Nacht aus elf Teilen und der Tag aus sieben Teilen.

25. Und an jenem Tage geht die Sonne aus jenem zweiten Tore hervor und im Westen im zweiten Tore unter, und kehrt nach Osten zurück in das erste Tor einunddreißig Morgen lang, und im ersten Tore geht sie im Westen des Himmels unter.

26. Und an jenem Tage ist die Nacht am längsten und beträgt das Doppelte des Tages, die Nacht umfasst genau zwölf Teile und der Tag sechs Teile.

27. Hiermit hat die Sonne ihre Bahnabschnitte durchlaufen und lenkt wieder um auf diesen Abschnitten und tritt in alle ihre Tore ein dreißig Morgen lang und geht auch gegenüber im Westen unter.

28. Und an jenem Tage hat die Nacht an Länge um ein Neuntel abgenommen [das ist ein Teil] und besteht aus elf Teilen und der Tag aus sieben Teilen.

29. Und die Sonne ist umgekehrt und in das zweite östliche Tor eingetreten und kehrt nun auf diesen ihren Bahnabschnitten zurück dreißig Morgen lang, auf- und untergehend.

30. Und an jenem Tage nimmt die Nacht an Länge ab und besteht aus zehn Teilen und der Tag aus acht Teilen.

31. Und an jenem Tage geht die Sonne aus jenem zweiten Tore hervor und geht im Westen unter und kehrt nach Osten zurück und geht im dritten Tore auf einunddreißig Morgen lang und geht im Westen des Himmels unter.

32. Und an jenem Tage nimmt die Nacht wiederum ab und besteht aus neun Teilen, und der Tag besteht aus neun Teilen, somit gleicht sich die Nacht mit dem Tage aus, und das Jahr umfasst genau dreihundert und vierundsechzig Tage.

33. Und die Länge des Tages und der Nacht und die Kürze des Tages und der Nacht —infolge des Laufs der Sonne fallen sie verschieden aus.

34. Und so kommt es, dass ihr Lauf von Tag zu Tag länger und von Nacht zu Nacht kürzer wird.

35. Und das ist das Gesetz und der Lauf der Sonne und ihre Rückkehr, so oft — sechzigmal — zurückkommt und aufgeht jenes große Licht, welches Sonne genannt wird immer und ewiglich.

36. Und das, was so aufgeht, ist das große Licht und wird nach seiner Erscheinung genannt, wie der Herr befohlen hat.

37. Wie sie aufgeht, so geht sie unter, sie nimmt nicht ab und ruht nicht, sondern läuft Tag und Nacht, und ihr Licht ist siebenmal heller als das des Mondes; aber an Größe sind die beiden gleich.

 

Kap. 73. Und nach diesem Gesetz sah ich ein anderes Gesetz für das kleine Licht, welcher Mond genannt wird.

2. Und sein Umkreis ist wie der Umkreis des Himmels, und seinen Wagen, auf dem es fährt, treibt der Wind, und nach Maß wird ihm das Licht gegeben.

3. Und in jedem Monat verändert sich sein Auf- und Untergang, und seine Tage sind wie die Tage der Sonne, und wenn sein Licht gleichmäßig voll geworden ist, dann beträgt es den siebenten Teil des Lichtes der Sonne.

4. Und so geht er auf. Die erste Sichel (wörtl. sein Anfang) im Osten tritt am dreißigsten Morgen hervor, am jenem Tage wird er sichtbar und wird für euch zum Mondesanfang am dreißigsten Tage zugleich mit der Sonne in dem Tore, in welchem die Sonne aufgeht.

5. Und die eine Hälfte von ihm ist mit einem Siebentel sichtbar, und sein ganzer übriger Umkreis ist leer, und hat kein Licht bis auf das Siebentel, das ist ein Vierzehntel seines ganzen Lichtes.

6. Wann er aber ein Siebentel und ein halbes Siebentel von seinem Lichte annimmt, so macht sein Licht ein Dreizehntel des Ganzen und ein halbes dazu aus.

7. Und er geht mit der Sonne unter, und wenn die Sonne aufgeht, geht er mit ihr auf und nimmt die Hälfte eines Lichtteiles an, und in jener Nacht, bei Beginn seines Morgens, am Anfang seines Tages, geht der Mond mit der Sonne unter und ist unsichtbar in jener Nacht mit seinen dreizehn Teilen und der Hälfte von einem.

8. Und er wird an jenem Tage mit genau einem Siebentel sichtbar und geht auf und weicht ab vom Aufgang der Sonne und an seinen übrigen Tagen leuchtet er mit den anderen dreizehn Teilen.

 

Kap. 74. Und eine andere Bahn und ein anderes Gesetz sah ich für ihn, indem er nach jenem Gesetz seinen monatlichen Lauf zu standen bringt.

2. Und dies alles zeigte mir Uriel, der heilige Engel, welcher der Führer von ihnen allen ist, und ich schrieb ihre Stellungen auf, wie er sie mir zeigte, und schrieb ihre Monate nieder, so wie sie sind, und die Erscheinung ihres Lichtes, bis fünfzehn Tage um sind.

3. In einzelnen Siebenteln macht er sein ganzes Licht im Osten voll, und in Siebenteln macht er seine ganze Finsternis im Westen voll.

4. In bestimmten Monaten ändert er seinen Untergang, und in bestimmten Monaten geht er seine besondere Bahn.

5. In zwei Monaten geht er mit der Sonne unter in jenen beiden mittleren Toren, nämlich dem dritten und vierten Tore.

6. Er geht sieben Tage lang hervor, macht seinen Umlauf und kehrt wieder zu dem Tore zurück, wo die Sonne aufgeht, da macht er sein ganzes Licht voll, lenkt ab von der Sonne und tritt im Verlauf von acht Tagen in das sechste Tor ein, aus dem die Sonne hervorzugehen pflegt.

7. Und wenn die Sonne aus dem vierten Tore hervorgeht, geht er sieben Tage daselbst hervor, bis er aus dem fünften hervorgeht, und kehrt wiederum in sieben Tagen in das vierte Tor zurück und macht sein ganzes Licht voll, weicht ab und tritt im Verlauf von acht Tagen in das erste Tor ein.

8. Und wiederum kehrt er in sieben Tagen in das vierte Tor zurück, aus dem die Sonne hervorgeht.

9. So sah ich ihre Stellungen, wie die Monde aufgehen und die Sonne untergeht.

10. In jenen Tagen hat, wenn man fünf Jahre zusammenaddiert, die Sonne dreißig Tage Überschuss, aber alle Tage, die ihr für eins von jenen fünf Jahren zukommen, betragen, wenn sie voll sind, 364 Tage.

11. Und der Überschuss der Sonne und der Sterne beläuft sich auf sechs Tage, für fünf Jahre, je sechs macht dreißig Tage: der Mond bleibt also hinter der Sonne und den Sternen um dreißig Tage zurück.

12. Aber der Mond führt lauter genaue Jahre herbei, so dass ihre Stellung nie vorauseilt oder zurückbleibt auch nur um einen Tag, sondern sie (die Monde) vollziehen den Jahreswechsel richtig in genau 364 Tagen.

13. Drei Jahre haben 1092 Tage, und fünf Jahre 1820 Tage, so dass für acht Jahre 2912 Tage herauskommen.

14b. Für den Mond allein belaufen sich die Tage in drei Jahren auf 1062, und in fünf Jahren bleibt er um fünfzig Tage zurück.

15. Somit ergeben sich für fünf Jahre 1770 Tage, so dass für den Mond bei acht Jahren 2832 Tage herauskommen.

14b. [Denn zu der obigen Summe (d. i. 1770) müssen (1000 +) 62 hinzugefügt werden].

16. Es sind nämlich in acht Jahren seine Tage um achtzig zurückgeblieben. Die Gesamtzahl der Tage also, die er hinter acht (Sonnen-) Jahren zurückgeblieben ist, beträgt achtzig.

17. Und das Jahr wird richtig zum Schluss gebracht nach ihren (der Monde) Weltstationen und den Stationen der Sonne, sofern sie (Sonne und Mond) aus den Toren aufgehen, in denen sie (die Sonne) dreißig Tage auf- und untergeht.

 

Kap. 75. » Und die Führer der Häupter der Tausende (Chiliarchen), die über die ganze Schöpfung und über alle Sterne gesetzt sind, sind mit jenen vier eingeschalteten (Tagen), als unzertrennlich von ihrem Amt, nach der Berechnung des Jahres verbunden, und sie tun ihren Dienst an den vier Tagen, die in der Berechnung des Jahres nicht mitgerechnet werden.

2. Und ihretwegen sind die Menschen im Irrtum über sie, denn jene Lichter leisten in Wahrheit Dienste an den Weltstationen eins im ersten und eins im dritten, eins im vierten und eins im sechsten Tore, und die Harmonie des Weltlaufes wird in dreihundertvierundsechzig einzelnen Weltstationen zu stände gebracht.

3. Denn die Zeichen und Zeiten, die Jahre und Tage zeigte mir der Engel Uriel, den der Herr der Herrlichkeit auf ewig über alle himmlischen Lichter am Himmel und in der Welt gesetzt hat, damit sie an der Oberfläche des Himmels regieren und auf Erden sichtbar seien und Führer würden für Tag und Nacht, nämlich Sonne, Mond und Sterne und alle dienenden Geschöpfe, die in allen Wagen des Himmels ihre Umfahrt machen.

4. Ebenso zeigte mir Uriel zwölf Türöffnungen in dem Rund des Sonnenwagens am Himmel, aus denen die Sonnenstrahlen hervorbrechen, und aus denen die Wärme über die Erde hin hervorgeht, wenn sie zu den Zeiten, die für sie bestimmt sind, geöffnet werden.

5. Und solche für die Winde und den Geist des Taus, wenn sie geöffnet werden, offenstehend am Himmel an den Enden.

6. Zwölf Tore sah ich am Himmel über den Enden der Erde, aus denen Sonne, Mond und Sterne und alle Himmelskörper im Osten und Westen hervorgehen.

7. Und viele Fensteröffnungen zur Rechten und zur Linken, aber ein Fenster spendet zu seiner Zeit die Wärme, entsprechend jenen Toren, aus denen die Sterne hervorgehen, so wie er ihnen befohlen hat, und in denen sie untergehen nach ihrer Zahl.

8. Und ich sah Wagen am Himmel durch den Weltraum laufen oberhalb jener Tore, in denen die nie untergehenden Sterne kreisen.

9. Und einer ist grösser als sie alle, und der ist es, der den ganzen Weltraum umkreist.

 

Kap. 76. Und an den Enden der Erde sah ich nach allen Richtungen hin zwölf Tore geöffnet, aus denen die Winde hervorgehen und über die Erde hin wehen.

2. Drei davon sind offen an der Vorderseite des Himmels und drei an der Abendseite, drei auf der rechten Seite des Himmels und drei auf der linken.

3. Und die drei ersten sind die nach Osten zu, und drei nach Norden, und drei hinter denen zur Linken, nach Süden zu, und drei im Westen.

4. Durch vier von ihnen kommen Winde des Segens und des Heils, und aus jenen acht kommen Winde des Unheils; wenn sie entsendet werden, bringen sie Verheerung über die ganze Erde und das Wasser auf ihr und über alle, die sie bewohnen, und über alles, was im Wasser und auf dem Trocknen ist.

5. Und der erste Wind aus jenen Toren, welcher der Östliche heißt, kommt durch das erste Tor, das im Osten liegt mit einer Wendung nach Süden zu, aus ihm kommen Verwüstung, Trockenheit, Hitze und Verderben hervor.

6. Und durch das zweite mittlere Tor geht die gerade Richtlinie hindurch, und es kommen daraus hervor Regen, Fruchtbarkeit, Wohlsein und Tau. Und durch das dritte Tor, das gegen Norden zu liegt, kommen Kälte und Trockenheit hervor.

7. Und nach diesen kommen die südlichen Winde durch drei Tore hervor, als erster kommt durch das erste derselben, das dem Osten zugekehrt ist, der Glut- Wind hervor;

8. und durch das mittlere Tor, das danebenliegt, kommen Wohlgerüche, Tau, Regen, Wohlsein und Gesundheit hervor.

9. Und durch das dritte Tor, das nach Westen zu liegt, kommen Tau, Regen, Heuschrecken und Verwüstung hervor.

10. Und darnach die Winde aus Norden [der auch Meer heißt, ein Name, der jedoch verschwunden ist]: aus dem siebenten Tore, dass nach Osten zu liegt, [mit einer Wendung nach Süden] gehen Tau, Regen, Heuschrecken und Verwüstung hervor.

11. Und aus dem mittleren Tore mit gerader Richtung gehen Gesundheit, Regen, Tau und Wohlsein hervor, und aus dem dritten Tore noch Westen zu [mit einer Wendung nach Norden] gehen Nebel, Reif, Schnee, Regen, Tau und Heuschrecken hervor.

12. Und darnach [viertens] die Westwinde: durch das erste Tor, das dem Norden zugekehrt ist, gehen Tau, Reif, Kälte, Schnee und Frost hervor,

13. und aus dem mittleren Tore kommen Tau, Regen, Wohlsein und Segen, und aus dem letzten Tore, das dem Süden zugekehrt ist, kommen Trockenheit, Verwüstung, Brand und Verderben hervor.

14. Damit sind die zwölf Tore der vier Himmelsgegenden zu Ende; und alle ihre Gesetze, ihr Unheil und ihr Heil habe ich dir, mein Sohn Methusala, gezeigt.

 

Kap. 77. Und die erste Weltgegend nennt man die östliche, denn sie ist die vorderste;

2. und die zweite nennt man Süden, denn daselbst steigt der Höchste herab, und ganz besonders kommt da herab der, welcher in Ewigkeit gepriesen ist. Und die Westgegend heißt die abnehmende, weil daselbst alle Lichter des Himmels abnehmen und herniedergehen.

3. Und die vierte Weltgegend, welche Norden heißt, wird in drei Teile geteilt; der erste davon ist die Wohnung für die Menschen, der zweite ist mit Wassermeeren und Tälern, "Wäldern und Flüssen, Finsternis und Nebel ausgestattet; und der dritte mit dem Garten der Gerechtigkeit.

4. Sieben hohe Berge sah ich, die höher als alle Berge auf Erden waren, und aus ihnen kommt der Reif hervor. Und es schwinden dahin die Tage, Zeiten und Jahre.

5. Sieben Ströme sah ich auf der Erde, grösser als alle anderen; einer davon aus dem Westen kommend, ergießt sein Wasser in das große Meer,

6. und jene zwei kommen vom Norden her zum Meere und ergießen ihr Wasser in das erythräische Meer im Osten.

7. Und die übrigen vier kommen auf der Nordseite hervor (und strömen) bis zu ihrem Meer, zwei bis zum erythräischen Meere, und zwei ergießen sich in das große Meer daselbst [—einige sagen in die Wüste].

8. Sieben große Inseln sah ich im Meere und am Lande, zwei am Lande und fünf im großen Meere.

 

Kap. 78. Und die Namen der Sonne sind folgende: der erste Orjares und der zweite Tomas.

2. Und der Mond hat vier Namen: der erste Asonja, der zweite Ebla, der dritte Benase, der vierte Era`e.

3. Das sind die beiden großen Lichter; ihr Umkreis ist wie der Umkreis des Himmels, und die Größe des Umkreises der beiden ist gleich.

4. In dem Rund der Sonne sind sieben Lichtteile, um welche sie reicher ist als der Mond, und nach bestimmtem Masse wird davon hinein in den Mond getan, bis der siebente Teil der Sonne zu Ende ist.

5. Und sie gehen unter und treten in die Tore des Westens ein, und beschreiben ihren Kreislauf über den Norden und treten durch die östlichen Tore an die Oberfläche des Himmels hervor.

6. Und wenn der Mond sich erhebt, wird er am Himmel sichtbar, indem die Hälfte eines Siebentels Licht in ihm ist, und in vierzehn Tagen macht er sein ganzes Licht voll.

7. Auch dreimal fünf Teile Licht werden in ihn hineingetan, sodass bis zum fünfzehnten Tage sein Licht voll wird nach dem Zeichen des Jahres, und er wird zu dreimal fünf Teilen. Der Mond entsteht also durch die Hälften eines Siebentels.

8. Und bei seiner Abnahme verringert er sich am ersten Tage bis zu vierzehn seiner Lichtteile, am zweiten bis zu dreizehn, am dritten zu zwölf am vierten zu elf, am fünften zu zehn, am sechsten zu neun, am siebenten zu acht, am achten zu sieben, am nennten zu sechs, am zehnten zu fünf, am elften zu vier, am zwölften zu drei, am dreizehnten zu zwei, am vierzehnten bis zur Hälfte eines Siebentels seines ganzen Lichtes, und am fünfzehnten verschwindet der Rest vom Ganzen.

9. Und in bestimmten Monaten hat der Mond je neunundzwanzig Tage, und einmal achtundzwanzig.

10. Und noch eine andere Anordnung zeigte mir Uriel, nämlich darüber wann dem Monde Licht zugeteilt wird, und auf welcher Seite es ihm von der Sonne zuerteilt wird.

11. Die ganze Zeit, da der Mond in seinem Lichte fortschreitet, tut er solches in sich hinein der Sonne gegenüber stehend; binnen vierzehn Tagen wird sein Licht voll, aber erst wenn er ganz in Flammen steht, ist sein Licht am Himmel voll.

12. Am ersten Tage wird er Neumond genannt, denn an diesem Tage tritt das Licht an ihm hervor.

13. Und er wird genau an dem Tage voll, da die Sonne im Westen hinabsinkt und er vom Osten her nachts emporsteigt; und der Mond leuchtet die ganze Nacht, bis die Sonne ihm gegenüber aufgeht, und er der Sonne gegenüber gesehen wird.

14. Und da wo das Licht des Mondes hervortritt, da nimmt es auch wieder ab, bis sein ganzes Licht verschwindet, und die Tage des Monats zu Ende gehen, und sein Rund leer bleibt ohne Licht.

15. Und drei Monate lang bringt er es auf je dreißig Tage, und zu seiner Zeit drei Monate lang auf je neunundzwanzig Tage, in denen er seine Abnahme bewerkstelligt in der ersten Zeithälfte und im ersten Tore in einhundert und siebenundsiebzig Tagen.

16. Und in der Zeit seines Ausgangs erscheint er drei Monate lang je dreißig Tage und drei Monate lang je neunundzwanzig Tage.

17. Bei Nacht erscheint er je zwanzig Tage lang wie ein Mann, und bei Tage wie der Himmel, denn etwas anderes als sein Licht ist nicht in ihm.

 

Kap. 79. »Und nun, mein Sohn, habe ich dir alles gezeigt, und zu Ende ist das Gesetz aller Sterne der Himmel.

2. Und er zeigte mir das ganze Gesetz derselben für jeden Tag, für jede Zeit, die gerade die Herrschaft führt, und für jedes Jahr und seinen Ausgang, und nach den Vorschriften für jeden Monat und alle Wochen,

3. und die Abnahme des Mondes, die im sechsten Tore stattfindet, denn in diesem sechsten Tore wird sein Licht voll, und darnach tritt der Anfang der Abnahme ein,

4. und die Abnahme die im ersten Tore stattfindet zu seiner Zeit, bis einhundert und siebenundsiebzig Tage zu Ende sind, und in der Rechnung nach Wochen fünfundzwanzig Wochen und zwei Tage;

5. und wie er hinter der Sonne und nach der Ordnung der Sterne genau fünf Tage in einem Zeitabschnitt zurückbleibt und wann dieser Standort, den du jetzt siehst, abgetan ist.

6. Das ist das Bild und die Skizze eines jeden Lichtes, wie der große Engel Uriel, ihr Führer, sie mir zeigte.

 

Kap. 80. Und in jenen Tagen antwortete mir der Engel Uriel und sprach zu mir: »Siehe, ich habe dir alles gezeigt, o Henoch, und habe dir alles offenbart, dass du sehen solltest diese Sonne und diesen Mond, und diejenigen, welche die Sterne des Himmels führen, und alle, die sie wenden, ihre Art und Weise, ihre Zeiten und ihre Ausgänge.

2. Und in den Tagen der Sünder werden die Jahre kürzer werden, und ihre Saat wird sich auf ihrem Lande und auf ihrem Ackerfelde verspäten, und alle Dinge auf Erden werden sich ändern und werden nicht zum Vorschein kommen zu ihrer Zeit, und der Regen wird zurückgehalten werden, und der Himmel wird (ihn) festhalten.

3. Und in jenen Zeiten werden die Früchte der Erde sich verspäten und werden nicht schwellen zu ihrer Zeit, und die Früchte der Bäume werden aufgehalten werden in ihrer Zeit.

4. Und der Mond wird seine Ordnung ändern und wird nicht erscheinen zu seiner Zeit.

5. Und in jenen Tagen wird am Himmel eine große Unfruchtbarkeit gesehen werden, kommend auf dem äußersten Wagen nach Westen, und er wird heller erscheinen, als es die Ordnung des Lichtes bestimmt.

6. Und viele Häupter der Ordnungssterne (?) werden in der Irre gehen, und diese werden ihre Bahnen und ihr Thun ändern, und werden nicht zu den Zeiten, die für sie festgesetzt waren, erscheinen.

7. Und die ganze Ordnung der Sterne wird den Sündern verschlossen sein, und die Gedanken derer, die auf Erden wohnen, werden in der Irre sein über sie, sie werden von allen ihren Wegen abweichen und sie werden im Irrtum sein und sie für Götter halten.

8. Und das Unglück, das sie trifft, wird vielfältig sein, und das Strafgericht wird über sie kommen, um alle zu vernichten.«

 

Kap. 81. Und er sprach zu mir: »Betrachte, o Henoch, diese himmlischen Tafeln und lies, was darauf geschrieben ist, und merke dir alles Einzelne«.

2. Und ich betrachtete die himmlischen Tafeln, und las alles, was darauf geschrieben war, und merkte mir alles und las das Buch aller Werke der Menschen und aller Fleischgeborenen auf Erden bis in die fernsten Geschlechter.

3. Und darnach pries ich den großen Herrn, den König der Herrlichkeit für alle Zeit, dass er die ganze Schöpfung der Welt gemacht hat, und ich rühmte den Herrn wegen seiner Geduld und pries ihn wegen der Söhne Adams.

4. Darauf sagte ich: »Selig der Mann, der als ein Gerechter und Guter stirbt, über den gar keine Schrift der Ungerechtigkeit niedergeschrieben ist, noch am Tage des Gerichts vorgefunden wird.«

5. Und jene sieben Heiligen brachten mich und setzten mich auf die Erde vor die Tür meines Hauses und sprachen zu mir: »Tue alles deinem Sohne Methusala kund und zeige allen deinen Kindern, dass kein Sterblicher vor dem Herrn gerecht ist, denn er ist ihr Schöpfer.

6. Ein Jahr wollen wir dich bei deinem Sohne lassen, bis du wieder gekräftigt bist, damit du deine Kinder belehrst, und es für sie niederschreibst und es allen deinen Kindern bezeugst; aber im andern Jahre wird man dich wegnehmen aus ihrer Mitte.

7. Sei guten Mutes, denn die Guten werden den Guten die Gerechtigkeit kundtun, der Gerechte wird mit dem Gerechten sich freuen, und sie werden sich untereinander beglückwünschen.

8. Der Sünder aber wird mit dem Sünder sterben und der Abtrünnige mit dem Abtrünnigen versinken.

9. Und die, welche Gerechtigkeit üben, werden um der Taten der Menschen willen sterben und werden eingesammelt werden wegen des Tuns der Gottlosen.«

10. Und in jenen Tagen hörten sie auf mit mir zu reden, und ich kam zu meinen Leuten, indem ich den Herrn der Welt pries.

 

Kap. 82. Und nun, mein Sohn Methusala, erzähle ich dir alle diese Dinge und schreibe sie für dich auf, und alles habe ich dir offenbart und habe dir die Schriften über dies alles gegeben; so bewahre denn, mein Sohn, das Buch von der Hand deines Vaters und gib acht, dass du es den Geschlechtern der Welt überlieferst.

2. Weisheit habe ich dir und deinen Kindern und deinen künftigen Nachkommen gegeben, dass sie ihren Kindern auf Geschlechter hinaus diese Weisheit überliefern, die ihr Verständnis übersteigt.

3. Und welche Verstand haben, werden nicht schlafen, sondern mit ihren Ohren aufhorchen, um diese Weisheit zu lernen, und sie wird denen, die davon essen, mehr gefallen als treffliche Speisen.

4. Selig sind alle Gerechten, selig sind alle, die auf dem Wege der Gerechtigkeit wandeln und nicht sündigen wie die Sünder in der Zählung aller ihrer Tage, an denen die Sonne am Himmel wandelt, in den Toren ein- und ausgehend dreißig Tage lang mit den Häuptern über Tausend (Chiliarchen) aus der Ordnung der Sterne samt den vier eingeschalteten, welche zwischen den vier Jahresteilen scheiden, die sie führen und mit denen sie an vier Tagen eintreten.

5. Ihretwegen verfallen die Menschen in Irrtum und rechnen sie nicht in der Rechnung des ganzen Weltlaufs, weil die Menschen nichts von ihnen wissen und sie nicht genau kennen.

6. Denn sie gehören in die Rechnung des Jahres und sind der Wahrheit gemäß darin aufgezeichnet für immer, einer im ersten Tore, einer im dritten, einer im vierten und einer im sechsten, und das Jahr wird vollständig in dreihundert und vierundsechzig Tagen.

7. Der Bericht darüber ist wahrhaftig und die aufgezeichnete Berechnung genau, denn die Lichter und die Monate und die Feste, Jahre und Tage hat mir Uriel gezeigt und eingegeben, dem der Herr der ganzen Weltschöpfung für mich Befehl gegeben hatte über das Heer des Himmels.

8. Und er hat die Macht über Nacht und Tag am Himmel, um das Licht über die Menschen scheinen zu lassen: Sonne Mond und Sterne und alle Himmelsmächte, die umlaufen in ihren Kreisen.

9. Und das ist die Ordnung der Sterne, die an ihren Orten, zu ihren Zeiten an ihren Festen und Monaten untergehen.

10. Und das sind die Namen ihrer Führer, welche Acht geben, dass sie eintreten zu ihren Fristen, die sie führen an ihren Orten, nach ihren Ordnungen, zu ihren Zeiten, in ihren Monaten, in ihren Herrschaftsgebieten und Stellungen.

11. Ihre vier Führer (Toparchen), die die vier Jahresteile scheiden, treten zuerst auf, und nach ihnen die zwölf Führer der Ordnungen (Taxiarchen), die die Monate scheiden, und für die dreihundertundsechzig sind es die Häupter über Tausend (Chiliarchen), welche die Tage scheiden, und für die vier Schalttage sind diejenigen die Führer, welche die vier Jahresteile scheiden.

12. Und von jenen Häuptern über Tausend wird je eins zwischen Führer und Geführtem hinter der Stelle eingeschoben, und ihre Führer vollziehen die Scheidung.

13. Und das sind die Namen der Führer, welche die vier festgesetzten Jahresteile scheiden: Malkiel, Elimelech, Melejal und Narel.

14. Und die Namen derer, welche sie führen: Adnarel, Ijasusael und Ijelumiel; diese drei folgenden Taxiarchen, und einer folgt den drei Taxiarchen, die jenen Toparchen folgen, welche die vier Jahreszeiten scheiden,

15. Im Anfang des Jahres geht zuerst Malkiel auf und herrscht, der Tamaani und Sonne genannt wird, und die ganze Zeit seiner Herrschaft, in der er regiert, sind einundneunzig Tage.

16. Und das sind die Kennzeichen der Tage, die sich auf Erden zeigen müssen in den Tagen seiner Herrschaft: Schweiß, Hitze und Windstille; alle Bäume treiben Früchte, die Blätter kommen zum Vorschein an allen Bäumen, Weizenernte und Rosenblüte, allerlei Blumen, sprossend auf dem Felde, und die Winterbäume werden dürr.

17. Und das sind die Namen der untergeordneten Führer: Barkiel, Zalbesael und ein anderer, der hinzugefügt wird, ein Chiliarch, heißt Helojaseph; damit sind die Tage der Herrschaft derselben zu Ende.

18. Der andere Führer, der nach ihnen kommt, ist Elimelech, den man leuchtende Sonne nennt; und alle Tage seines Lichtes betragen einundneunzig Tage.

19. Und das sind die Kennzeichen seiner Tage auf Erden: Glut und Trockenheit und die Bäume bringen ihre Früchte zur Reife und bieten alle ihre Früchte ausgereift und gezeitigt dar; und die Schafe paaren sich und werden trächtig; und man sammelt alle Früchte der Erde und alles, was auf den Feldern ist, und Weinkelterung; das geschieht in den Tagen seiner Herrschaft.

20. Und das sind die Namen und Ordnungen und Führer dieser Chiliarchen: Gedael, Keel und Heel, und der Name des Chiliarchen, der noch zu ihnen hinzukommt, ist Asfael; damit sind die Tage seiner Herrschaft zu Ende.

 

 

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