Das Buch Henoch - Kap. 37-71 Empfehlung

Montag, 16 Januar 2017 18:40

Das Buch der prophetischen Offenbarungen und Mahnreden

 

Kap. 37. Das zweite Gesicht, welches er sah, das Gesicht der Weisheit, welches Henoch, der Sohn Jareds, Sohn Malaleels, Sohn Kainans, Sohn Enos, Sohn Sets, Sohn Adams sah.

2. Und das ist der Anfang der Weisheitsrede, da ich meine Stimme erhob, zu reden und zu sprechen zu denen, die auf der Erde wohnen.

3. Höret ihr Alten, und sehet ihr Nachgekommenen die heiligen Worte, die ich vor dem Herrn der Geister vortragen will. Was diese Alten betrifft, so wäre es am besten nur zu ihnen zu reden, doch auch den Nachgekommenen wollen wir den Anfang der Weisheit nicht vorenthalten.

4. Bis jetzt ist vor dem Herrn der Geister noch nie die Weisheit verliehen worden, die ich empfangen habe, gemäß meiner Einsicht nach dem Wohlgefallen des Herrn der Geister, von dem mir das Los des ewigen Lebens zu teil worden ist.

5. Und es wurden mir zu teil drei Mahnreden, und ich erhob meine Stimme und sprach zu denen, die auf der Erde wohnen.

 

Kap. 38. Erste Mahnrede. Wann die Gemeinde der Gerechten erscheinen wird, und die Sünder wegen ihrer Sünden gerichtet und vom Angesicht der Erde vertrieben werden,

2. und wann die Gerechtigkeit erscheinen wird vor den Augen der Gerechten, deren, als der Auserwählten, Tun dem Herrn der Geister anhängt, und wann das Licht den Gerechten und Auserwählten, die auf der Erde wohnen, erscheinen wird — wo wird dann die Wohnung der Sünder und der Aufenthalt derer sein, die den Herrn der Geister verleugnet haben? Es wäre besser für sie, sie wären nie geboren!

3. Wann die Geheimnisse der Gerechten werden offenbart werden, da werden die Sünder gerichtet, und die Gottlosen aus den Augen der Gerechten und Auserwählten vertrieben werden.

4. und von nun an werden nicht mehr mächtig und erhaben sein die, welche die Erde besitzen, und sie werden nicht im Stande sein, das Antlitz der Heiligen zu schauen, denn das Licht des Herrn der Geister ist erschienen auf dem Antlitz der Heiligen, Gerechten und Auserwählten.

5. Und die Könige und Mächtigen werden dann zu Grunde gehen und in die Hand der Gerechten und Heiligen gegeben werden.

6. Und von da an wird keiner mehr für sie zum Herrn der Geister um Erbarmen flehen, denn mit ihrem Leben ist es zu Ende.

 

Kap. 39. Und es wird in diesen Tagen geschehen, dass die Kinder der Auserwählten und Heiligen aus dem hohen Himmel herabsteigen, und ihr Same eins werden wird mit den Menschenkindern.

2. Und in jenen Tagen erhielt Henoch Bücher des Eifers und Zornes und Bücher der Unruhe und Verwirrung. Und Barmherzigkeit wird ihnen nicht widerfahren, sprach der Herr der Geister.

3. Und in jenen Tagen riss mich ein Sturmwind von der Erde hinweg und setzte mich nieder an dem Ende der Himmel.

4. Und daselbst sah ich ein anderes Gesicht: die Wohnungen der Heiligen und die Ruheplätze der Gerechten.

5. Hier sahen meine Augen ihre Wohnungen bei den Engeln seiner Gerechtigkeit und ihre Ruheplätze bei den Heiligen, und sie baten, flehten und beteten für die Menschenkinder, und Gerechtigkeit floss wie Wasser vor ihnen, und Barmherzigkeit wie Tau auf der Erde: so ist es unter ihnen in alle Ewigkeit,

6. Und an jenem Orte sahen meine Augen den Auserwählten der Gerechtigkeit und Treue, und Gerechtigkeit wird in seinen Tagen herrschen, und zahllos wird die Menge der Gerechten und Auserwählten vor ihm sein in alle Ewigkeit.

7. Und ich sah seine Wohnung unter den Fittichen des Herrn der Geister, und alle Gerechten und Auserwählten strahlten vor ihm wie der Glanz des Feuers, und ihr Mund war des Lobes voll, und ihre Lippen priesen den Namen des Herrn der Geister; und die Gerechtigkeit vergeht nicht vor Ihm, und das Recht hört nicht auf vor Ihm.

8. Dort wünschte ich zu wohnen, und mein Geist trug Verlangen nach jener Wohnung, daselbst ist mir ein Anteil (schon) zuvor ausgemacht worden, denn so war es über mich bestimmt vor dem Herrn der Geister.

9. Und in jenen Tagen pries und erhob ich den Namen des Herrn mit Lob und Preis, weil er zu Segnen und Rühmen mich verpflichtet hat, nach dem Wohlgefallen des Herrn der Geister.

10. Und lange schauten meine Augen auf jenen Ort, und ich pries und lobte ihn, indem ich sprach: »Preis Ihm, und gepriesen sei Er von Anfang bis in Ewigkeit.

11. Vor ihm gibt es kein Aufhören, er weiß, was ewig ist, bevor die Welt geschaffen wurde, und was sein wird von Geschlecht zu Geschlecht.

12. Dich preisen die, welche nicht schlafen, und sie stehen vor deiner Herrlichkeit, preisen, lobsingen und erheben, indem sie sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Geister, er erfüllt die Erde mit Geistern.«

13. Und hier sahen meine Augen alle die, welche nicht schlafen, wie sie vor ihm standen, lobsangen und sprachen: »Gepriesen seist Du, und gepriesen sei der Name des Herrn in alle Ewigkeit.«

14. Und mein Gesiecht wendete sich ab, weil ich nicht mehr sehen konnte.

 

Kap. 40. Und danach sah ich tausend mal tausend und zehntausend mal zehntausend, unzählige- und unberechenbar viele, die vor dem Herrn der Geister standen.

2. Ich sah und erblickte zu den vier Seiten des Herrn der Geister vier Gesichter, verschieden von denen, die nicht schlafen, und ich erfuhr ihre Namen, denn der Engel, der mit mir gekommen war, tat mir ihre Namen kund und zeigte mir alle Geheimnisse.

3. Und ich hörte die Stimme dieser vier Gesichter, wie sie vor dem Herrn der Herrlichkeit lobsangen.

4. Die erste Stimme verkündet den Preis des Herrn der Geister immerdar.

5. Und die zweite Stimme hörte ich den Auserwählten und die Auserwählten preisen, die dem Herrn der Geister anhängen.

6. Und die dritte Stimme hörte ich bitten und beten für die, welche auf Erden wohnen, und flehen im Namen des Herrn der Geister.

7. Und die vierte Stimme hörte ich, wie sie die Satane fortwies und ihnen nicht erlaubte, zum Herrn der Geister heranzutreten, um die, welche auf Erden wohnen, zu verklagen.

8. Und danach fragte ich den Engel des Friedens, der mit mir ging, der mir alles Verborgene gezeigt hatte: »Wer sind diese vier Gesichter, die ich gesehen habe, deren Rede ich vernommen und niedergeschrieben habe?«

9. Und er sprach zu mir: »Der erste da ist Michael, der barmherzige und langmütige, der zweite, der über alle Krankheiten und über alle Wunden der Menschenkinder gesetzt ist, ist Rafael, und der dritte, der über alle Mächte waltet, ist Gabriel, und der vierte, der über die Reue, zur Hoffnung derer, die das ewige Leben erben sollen, gesetzt ist, heißt Fanuel«.

10. Und das sind die vier Engel des Herrn der Geister, und die vier Stimmen hörte ich in jenen Tagen.

 

Kap. 41. Und danach sah ich alle Geheimnisse der Himmel, und wie das Reich verteilt wird, und wie die Taten der Menschen auf der Waage gewogen werden.

2. Daselbst sah ich die Wohnungen der Auserwählten und die Wohnungen der Heiligen, und meine Augen sahen dort, wie alle Sünder von da vertrieben und weggeschleppt werden, die den Namen des Herrn der Geister verleugnen, und ihres Bleibens nicht ist infolge der Strafe, die vom Herrn der Geister ausgeht.

3. Und daselbst sahen meine Augen die Geheimnisse der Blitze und des Donners und die Geheimnisse der Winde, wie sie verteilt werden, um über die Erde zu wehen, und die Geheimnisse der Wolken und des Taus, und daselbst sah ich, von wo sie ausgehen an selbigem Orte, und wie von da aus der Staub der Erde gesättigt wird.

4. Daselbst sah ich verschlossene Kammern, und aus ihnen werden die Winde verteilt: die Schatzkammer des Hagels und Windes, und die Schatzkammer des Nebels und der Wolken, und eine Wolke daraus lagert über der Erde von der Urzeit an.

5. Und ich sah die Kammern der Sonne und des Mondes, von wo sie ausgehen und wohin sie zurückkehren, und herrlich ist ihre Rückkehr, und wie das eine prächtiger ist als das andere, und stattlich ihre Bahn, und wie sie nicht aus ihrer Bahn weichen, weder (etwas) hinzufügen, noch (etwas) weglassen von ihrer Bahn und einander die Treue bewahren, indem sie bei ihrem Schwur bleiben.

6. Und zuerst geht die Sonne hervor und macht ihren Weg auf den Befehl des Herrn der Geister, und sein Name wird dauern in alle Ewigkeit.

7. Und danach (beginnt) der unsichtbare und der sichtbare Weg des Mondes: er legt den Lauf seines Weges an jenem Orte bei Tag und bei Nacht zurück. Eins steht dem andern gegenüber vor dem Herrn der Geister, und sie danken und preisen ohne zu ruhen, denn ihr Danken ist für sie Ruhe.

8. Denn die Sonne macht viele Umläufe zum Segen und zum Fluche, und der Weg des Mondlaufes ist Licht für die Gerechten und Finsternis für die Sünder in dem Namen des Herrn, der eine Scheidung gemacht hat zwischen Licht und Finsternis, und die Geister der Menschen geteilt und die Geister der Gerechten fest gegründet hat in den Namen seiner Gerechtigkeit.

9. Denn kein Engel hindert (sie), und keine Macht vermag (sie) aufzuhalten, weil der Lenker auf alle sieht und sie alle lenkt vor seinem Angesicht.

 

Kap. 42. Die Weisheit fand keinen Platz, wo sie wohnen konnte, da ward ihr eine Wohnung in den Himmeln zu teil.

2. Die Weisheit ging aus, um bei den Menschenkindern Wohnung zu nehmen, aber sie fand keine Wohnung; da kehrte die Weisheit zurück an ihren Ort und nahm ihren Sitz bei den Engeln.

3. Und die Ungerechtigkeit kam hervor aus ihren Kammern, fand, die sie nicht gesucht hatte, und wohnte bei ihnen, wie der Regen in der Wüste und der Tau auf durstigem Erdreich.

 

Kap. 43. Und ich sah abermals Blitze und die Sterne des Himmels, und ich sah, wie er sie bei Namen rief, und sie ihn hörten.

2. Und ich sah die gerechte Wage, wie sie (darauf) gewogen werden, nach ihren Lichtmengen, der Weite ihrer Räume und dem Tage ihres Aufgangs, und wie ihr Umlauf den Blitz erzeugt, und ich sah ihren Umlauf nach der Zahl der Engel, und wie sie sich unter einander die Treue halten.

3. Und ich fragte den Engel, der mit mir ging, der mir das Verborgene gezeigt hatte: »Was sind diese?«

4. Und er sprach zu mir: »Ein Gleichnis hat der Herr der Geister dir mit ihnen gezeigt; das sind die Namen der Heiligen, die auf Erden wohnen und an den Namen des Herrn der Geister immerdar glauben.«

 

Kap. 44. Und noch anderes sah ich in betreff der Blitze, wie einige von den Sternen sich erheben und zu Blitzen werden und nun ihre (neue) Gestalt nicht mehr zu verlassen vermögen.

 

Kap. 45. Und das ist die zweite Mahnrede über die, welche den Namen der Wohnung der Heiligen und den Herrn der Geister verleugnen.

2. Sie werden weder zum Himmel aufsteigen noch auf die Erde kommen. So wird das Los der Sünder sein, die den Namen des Herrn der Geister verleugnet haben, die also für den Tag des Leidens und der Trübsal aufbewahrt werden.

3. An jenem Tage wird mein Auserwählter auf dem Throne sitzen und Auswahl treffen unter ihren Werken, und ihre Wohnungen werden zahllos sein; und ihre Seele wird in ihrem Innern erstarken, wenn sie meine Auserwählten sehen werden, und die, welche meinen herrlichen Namen angefleht haben.

4. An jenem Tage werde ich meinen Auserwählten unter ihnen wohnen lassen, und werde den Himmel umwandeln und zum Segen und Licht auf ewig machen.

5. Und ich werde die Erde umwandeln und werde sie zum Segen machen und werde meine Auserwählten auf ihr wohnen lassen, aber die, welche Sünde und Missetat begehen, sollen sie nicht betreten.

6. Denn ich habe meine Gerechten gesehen und sie mit Heil gesättigt und habe ihnen vor mir Wohnung gegeben; für die Sünder aber steht bei mir das Gericht bevor, dass ich sie vom Angesicht der Erde vertilge.

 

Kap. 46. Und daselbst sah ich einen, der hatte ein Haupt der Tage (betagtes Haupt), und sein Haupt war weiß wie Wolle, und bei ihm war ein anderer, dessen Gestalt hatte das Aussehen eines Menschen, und sein Antlitz war voll Anmut gleich (dem) eines heiligen Engels.

2. Und ich fragte einen der Engel (r. den Engel), der mit mir ging und mir alle Geheimnisse zeigte, nach jenem Menschensohne, wer er wäre und woher er wäre, warum er mit dem betagten Haupte ginge.

3. Und er antwortete und sprach zu mir: »Dies ist der Menschensohn, der die Gerechtigkeit hat, und bei dem die Gerechtigkeit wohnt, und der alle Schätze des Verborgenen offenbart, weil der Herr der Geister ihn auserwählt hat, und dessen Los vor dem Herrn der Geister den Sieg davongetragen hat durch Gerechtigkeit in Ewigkeit.

4. Und dieser Menschensohn, den du gesehen hast, wird die Könige und die Mächtigen aufscheuchen von ihren Lagern und die Gewaltigen von ihren Sitzen, und er wird die Zäume der Gewaltigen lösen und die Zähne der Sünder zermalmen.

5. Und er wird die Könige von ihren Thronen und aus ihren Reichen stoßen, weil sie ihn nicht erheben und ihn nicht preisen, noch dankbaren Sinnes anerkennen, woher ihnen das Reich verliehen worden ist.

6. Das Angesicht der Gewaltigen wird er Verstößen, und Scham wird sie erfüllen, Finsternis wird ihre Wohnung sein, und Würmer werden ihnen zum Lager dienen, und sie werden nicht hoffen dürfen, von ihrem Lager aufzustehen, weil sie den Namen des Herrn der Geister nicht erheben.

7. Und das sind die, welche die Sterne des Himmels richten und ihre Hand gegen den Höchsten erheben und die Erde niedertreten und darauf wohnen, und all ihre Handlungen tragen Ungerechtigkeit zur Schau [und all ihre Handlungen sind Ungerechtigkeit], und ihre Macht beruht auf ihrem Reichtum, und ihr Glaube gehört den Göttern, die sie mit Händen gemacht haben; und sie verleugnen den Namen des Herrn der Geister,

8. und verfolgen seine Versammlungs-Häuser und die Gläubigen, die dem Namen des Herrn der Geister anhängen.«

 

Kap. 47. Und in jenen Tagen wird das Gebet der Gerechten und das Blut des Gerechten von der Erde aufgestiegen sein vor den Herrn der Geister.

2. In diesen Tagen werden die Heiligen, die hoch in den Himmeln wohnen, vereint mit einer Stimme flehen, beten, rühmen, danken und preisen den Namen des Herrn der Geister wegen des Blutes der Gerechten, das vergossen worden ist, und wegen des Gebetes der Gerechten, dass es nicht vergeblich sein möge, vor dem Herrn der Geister, dass ihnen Recht geschafft werde, und sie nicht ewig sich zu gedulden haben.

3. In jenen Tagen sah ich das betagte Haupt, als es sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzte, und die Bücher der Lebendigen vor ihm aufgeschlagen wurden, und sein ganzes Heer, das hoch oben in den Himmeln ist, und seine Ratsversammlung vor ihm standen.

4. Und das Herz der Heiligen wurde voll Freude, dass die Zahl der Gerechtigkeit bald erreicht, das Gebet der Gerechten erhört, und das Blut der Gerechten vor dem Herrn der Geister gerächt worden sei.

 

Kap. 48. Und an jenem Orte sah ich die Quelle der Gerechtigkeit, die war unerschöpflich, und rings herum umgaben sie viele Quellen der Weisheit, und alle Durstigen tranken aus ihnen und wurden voll Weisheit, und sie hatten ihre Wohnungen bei den Gerechten und Heiligen und Auserwählten.

2. Und in jener Stunde wurde jener Menschensohn in Gegenwart des Herrn der Geister genannt, und sein Name vor dem betagten Haupte.

3. Und bevor die Sonne und die Zeichen geschaffen wurden, bevor die Sterne des Himmels gemacht waren, ist sein Name vor dem Herrn der Geister genannt worden.

4. Er wird für die Gerechten ein Stab sein, dass sie sich auf ihn stützen und nicht fallen; er wird das Licht der Völker sein und die Hoffnung derer, welche Kummer in ihrem Herzen tragen.

5. Es werden niederfallen und anbeten vor ihm alle, die auf Erden wohnen, und sie werden preisen, rühmen und lobsingen dem Herrn der Geister.

6. Und darum ist er auserwählt und verborgen worden vor ihm, ehe die Welt geschaffen wurde und bis in Ewigkeit.

7. Und die Weisheit des Herrn der Geister bat ihn den Heiligen und Gerechten offenbart, denn er hat das Los der Gerechten bewahrt, weil sie diese Welt der Ungerechtigkeit gehasst und verachtet haben und all ihr Werk und ihre Wege im Namen des Herrn der Geister gehasst haben, denn in seinem Namen werden sie errettet, und er wird der Rächer für ihr Leben.

8. Und in jenen Tagen werden die Könige der Erde und die Mächtigen, die das Erdreich besitzen, zu solchen geworden sein, die den Blick zu Boden schlagen um des Werkes ihrer Hände willen, denn am Tage ihrer Angst und Not werden sie nicht ihre Seele retten.

9. Und ich werde sie in die Hand meiner Auserwählten geben, wie Stroh im Feuer und wie Blei im Wasser, so werden sie vor dem Angesicht der Heiligen brennen und vor dem Angesicht der Gerechten untersinken, und keine Spur mehr wird von ihnen zu finden sein.

10. Und an dem Tage ihrer Not wird auf Erden Ruhe werden, und sie werden vor ihnen fallen und sich nicht wieder erheben, und niemand wird da sein, der sie mit seiner Hand erfasste und sie aufhöbe, denn sie haben den Herrn der Geister und seinen Gesalbten verleugnet. Und der Name des Herrn der Geister sei gepriesen.

 

Kap. 49. Denn Weisheit ist ausgegossen wie Wasser, und Herrlichkeit hört vor ihm nicht auf in alle Ewigkeit.

2. Denn er ist mächtig in allen Geheimnissen der Gerechtigkeit, und Ungerechtigkeit wird wie ein Schatten vergehen und keinen Bestand haben; denn der Auserwählte ist aufgestanden vor dem Herrn der Geister, und seine Herrlichkeit währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und seine Macht von Geschlecht zu Geschlecht.

3. Und in ihm wohnt der Geist der Weisheit, und der Geist, der Einsicht verleiht, der Geist der Lehre und Kraft, und der Geist derer, die in Gerechtigkeit entschlafen sind.

4. Und er wird das Verborgene richten, und niemand wird unnütze Reden vor ihm führen können, denn er ist der Auserwählte vor dem Herrn der Geister, nach seinem Wohlgefallen.

 

Kap. 50. Und in jenen Tagen wird eine Wandelung stattfinden für die Heiligen und Auserwählten: das Licht der Tage wird über ihnen wohnen, und Herrlichkeit und Ehre wird den Heiligen sich zukehren.

2. Und an dem Tage der Not, da das Unheil auf die Sünder gehäuft sein wird, werden die Gerechten den Sieg davontragen im Namen des Herrn der Geister, und er wird (es) den anderen zeigen, dass sie Busse tun und von dem Thun ihrer Hände lassen.

3. Und sie werden keine Ehre haben im Namen des Herrn der Geister, aber in seinem Namen werden sie errettet werden, und der Herr der Geister wird sich ihrer Erbarmen, denn seine Barmherzigkeit ist groß.

4. Und er ist gerecht in seinem Gericht, und angesichts seiner Herrlichkeit wird auch die Ungerechtigkeit nicht in seinem Gericht bestehen: wer nicht Busse tut vor ihm, wird untergehen.

5. Und von nun an will ich kein Erbarmen mehr mit ihnen haben, spricht der Herr der Geister.

 

Kap. 51. »Und in jenen Tagen wird auch die Erde das ihr Anvertraute wiedergeben, und die Unterwelt wird zurückgeben, was sie empfangen hat, und die Hölle wird herausgeben, was sie schuldig ist.

2. Und er wird die Gerechten und Heiligen unter ihnen auswählen, denn der Tag ist herangekommen, dass sie gerettet werden sollen.

3. Und der Auserwählte wird in jenen Tagen auf meinem Throne sitzen, und alle Geheimnisse der Weisheit werden den Gedanken seines Mundes entströmen, denn der Herr der Geister hat es ihm gegeben und hat ihn Verherrlicht.

4. In jenen Tagen werden die Berge wie Böcke springen, und die Hügel wie Lämmer hüpfen, die mit Milch gesättigt sind; und alle werden zu Engeln im Himmel werden.

5. Und ihr Antlitz wird vor Freude leuchten, weil in jenen Tagen der Auserwählte aufgestanden ist, und die Erde wird sich freuen, und die Gerechten werden auf ihr wohnen, und die Auserwählten auf ihr gehen und wandeln.

 

Kap. 52. Und nach jenen Tagen, an jenem Orte, wo ich alle Gesichte dessen, was im Verborgenen ist, gesehen hatte, — ich ward nämlich im Wirbelwind hinweggerissen und man brachte mich nach Westen —

2. dort sahen meine Augen alle verborgenen Dinge des Himmels, die noch sein werden, einen Berg von Eisen und einen von Kupfer und einen von Silber und einen von Gold, einen von Zinn und einen von Blei.

3. Und ich fragte den Engel, der mit mir ging, indem ich sprach: »Was sind das für Dinge da, die ich im Verborgenen gesehen habe?«

4. Und er sprach zu mir: »Dies alles, was du gesehen hast, dient der Herrschaft seines Gesalbten, auf dass er stark und mächtig auf Erden sei.«

5. Und es antwortete jener Engel des Friedens, indem er zu mir sprach: »Warte ein wenig, so wird dir alles Verborgene, was der Herr der Geister umschlossen hält, offenbart werden.

6. Und jene Berge, die deine Augen gesehen haben, der Berg von Eisen und der von Kupfer, der von Silber und der von Gold, der von Zinn und der von Blei, diese alle werden vor dem Auserwählten wie Wachs vor dem Feuer sein und wie Wasser, welches von oben her über jene Berge herabläuft; und sie werden schwach sein vor seinen Füssen.

7. Und in jenen Tagen wird keiner sich retten, weder durch Gold noch durch Silber, und keiner wird entfliehen können.

8. Und es wird kein Eisen mehr für den Krieg geben, und kein Zeug zum Brustpanzer, Erz wird nutzlos sein, und Zinn wird nutzlos sein und nichts gelten, und Blei nicht begehrt werden.

9. Alle diese Dinge werden verschwinden und vom Antlitz der Erde vertilgt werden, wann der Auserwählte vor dem Angesicht des Herrn der Geister erscheinen wird.«

 

Kap. 53. Und daselbst sahen meine Augen ein tiefes Thal mit weitgeöffneten Schlünden, und alle, die auf der Erde, auf den Meeren und auf den Inseln wohnen, werden ihm Gaben, Geschenke und Huldigungszeichen bringen, aber dieses tiefe Thal wird nicht voll werden.

2. Und ihre Hände begehen Frevel, und alles, worum die Gerechten sich mühen, das fressen die Sünder in frevelhafter Weise auf und so werden die Sünder vor dem Angesicht des Herrn der Geister vertilgt und von seiner Erde hinweggetrieben werden unaufhörlich, immer und ewig.

3. Denn ich sah alle Strafengel sich niederlassen und alle Werkzeuge des Satans in Bereitschaft setzen.

4. Und ich fragte den Engel des Friedens, der mit mir ging: »Für wen machen sie diese Werkzeuge bereit?«

5. Und er sprach zu mir: »Die machen sie zurecht für die Könige und Mächtigen dieser Erde, dass sie damit vernichtet werden.

6. Und darnach wird der Gerechte und Auserwählte das Haus seiner Gemeindeversammlung erscheinen lassen; von nun an wird sie nicht mehr gehindert werden im (Schutze des) Namens des Herrn der Geister.

7. Und diese Berge werden vor seiner Gerechtigkeit nicht (fest) wie die Erde sein, und die Hügel werden wie ein Wasserquell sein, und die Gerechten werden Ruhe haben vor der Bedrückung der Sünder.«

 

Kap. 54. Und ich blickte auf und wandte mich nach einer anderen Seite der Erde, und ich sah daselbst ein tiefes Thal mit einem flammenden Feuer.

2. Und man brachte die Könige und Mächtigen und warf sie in dieses tiefe Thal.

3. Und daselbst sahen meine Augen, wie man verfertigte, was zu ihren Folterwerkzeugen gehört: eiserne Ketten von unermesslichem Gewicht.

4. Und ich fragte den Engel des Friedens, der mit mir ging, indem ich sprach: »Für wen werden diese Folterketten bereitet?«

5. Und er sprach zu mir: »Diese werden für das Heer Azazels bereitet, um sie zu nehmen und in die äußerste Verdammnis zu werfen, und mit rauen Steinen ihre Kinnbacken zu bedecken, wie der Herr der Geister befohlen hat.

6. Und Michael, Gabriel, Rafael und Fanuel, die werden sie an jenem großen Tage packen und sie an jenem Tage in den brennenden Ofen werfen, damit der Herr der Geister an ihnen Rache nehme für ihre Ungerechtigkeit, dafür, dass sie Satan untertan geworden sind und die Erdenbewohner verführt haben.«

7. Und in jenen Tagen wird das Strafgericht des Herrn der Geister anbrechen und wird alle Behälter der Wasser öffnen, die oben in den Himmeln sind, und der Quellen, [die unter den Himmeln und derer,] die unter der Erde sind.

8. Und alles wird sich vereinigen, Wasser mit Wasser; das welches oben in den Himmeln ist, ist männlich, und das Wasser, welches unter der Erde ist, ist weiblich.

9. Und alle, die auf Erden wohnen und unter den Enden des Himmels hausen, werden vernichtet werden.

10. Und dadurch werden sie (dann) ihr Unrecht erkennen, dass sie auf Erden begangen haben, und durch dasselbe werden sie zu Grunde gehen.

 

Kap. 55. Und darnach reute es das betagte Haupt und es sprach: »Umsonst habe ich alle vernichtet, die auf der Erde wohnen.«

2. Und er schwur bei seinem großen Namen: »Von nun an werde ich nicht (wieder) allen, die auf Erden wohnen also tun, und ich will ein Zeichen an die Himmel setzen, und es soll zwischen mir und zwischen euch ein Unterpfand der Treue sein auf ewig, so lange der Himmel über der Erde ist.«

3. »Und dies geschieht auf meinen Befehl; wenn ich gewünscht habe, sie durch die Hand der Engel zu packen am Tage der Not und Trübsal angesichts dieses meines Zornes und meines Strafgerichts, so werde ich (auch) meinen Zorn und mein Strafgericht auf ihnen bleiben lassen«, spricht Gott, der Herr der Geister.

4. »Ihr mächtigen Könige, die ihr auf Erden wohnet, ihr sollt meinen Auserwählten sehen, wie er auf dem Throne der Herrlichkeit sitzt und den Azazel und seine ganze Sippschaft und sein ganzes Heer richtet im Namen des Herrn der Geister.«

 

Kap. 56. Und ich sah daselbst die Heerscharen der Strafengel, wie sie gingen und Ruten und Fesseln von Erz und Eisen hielten.

2. Und ich fragte den Engel des Friedens, der mit mir ging, indem ich sprach: »Zu wem gehen die, welche die Ruten halten?«

3. Und er sprach zu mir: »Zu ihren Auserwählten und ihren Geliebten, dass sie in die tiefe Kluft des Thales geworfen werden.

4. Und dann wird jenes Thal sich füllen mit ihren Auserwählten und Geliebten, und der Tag ihres Lebens wird zu Ende sein, und der Tag ihrer Verirrung wird von nun an nicht mehr gezählt werden.«

5. Und in jenen Tagen werden die Engel sich wenden und sich gen Osten auf die Parther und Meder stürzen; die Könige werden sie erregen, so dass der Geist des Aufruhrs über sie kommt, und werden sie aufjagen von ihren Thronen, dass sie wie Löwen aus ihren Lagern hervorbrechen und wie hungrige Wölfe mitten unter ihre Herde.

6. Und sie werden heraufziehen und das Land seiner Auserwählten niedertreten, und das Land seiner Auserwählten wird vor ihnen zur Dreschtenne und zur Landstrasse werden.

7. Aber die Stadt meiner Gerechten wird ein Hindernis für ihre Rosse sein, und sie werden untereinander Kampf erheben, und ihre Rechte wird gegen sie selbst gewalttätig sein, nicht wird einer seinen Bruder kennen, noch der Sohn seinen Vater und seine Mutter, bis die Zahl der Leichen (voll) ist infolge ihres Sterbens, und das Strafgericht über sie soll nicht vergeblich sein.

8. Und in jenen Tagen wird das Totenreich seinen Rachen öffnen, so dass sie in dasselbe hinabsinken, und ihrer Vernichtung ist freier Lauf gelassen (?); das Totenreich wird die Sünder verschlingen vor dem Angesicht der Auserwählten.

 

Kap. 57. Und es geschah darnach, dass ich ein anderes Heer von Wagen sah, auf denen Menschen fuhren und (wie) auf Windes(flügeln) von Osten nach Westen zum Süden kamen.

2. Und man hörte das Rollen ihrer Wagen, und als dieses Getümmel sich erhob, bemerkten es die Heiligen vom Himmel, und die Säulen der Erde bewegten sich von ihrem Platze, und man hörte es von einem Ende des Himmels bis zum andern während eines Tages.

3. Und sie werden alle niederfallen und den Herrn der Geister anbeten. Und das ist das Ende der zweiten Mahnrede.

 

Kap. 58. Und ich begann die dritte Mahnrede zu halten über die Gerechten und die Auserwählten.

2. Selig seid ihr Gerechten und Auserwählten, denn herrlich wird euer Los sein.

3. Und die Gerechten werden im Lichte der Sonne, und die Auserwählten im Lichte des ewigen Lebens sein; und die Tage ihres Lebens haben kein Ende, und die Tage der Heiligen sind ohne Zahl.

4. Und sie werden das Licht suchen und Gerechtigkeit finden bei dem Herrn der Geister. Heil den Gerechten im Namen des Herrn der Welt!

5. Und darnach wird den Heiligen im Himmel aufgetragen werden, dass sie die Geheimnisse der Gerechtigkeit, dass Los der Treue, suchen sollen, denn es ist sonnenhell geworden auf Erden, und die Finsternis ist vergangen.

6. Und unaufhörliches Licht wird sein, und bis zu einer Grenze der Tage werden sie nicht kommen, denn zuvor ist die Finsternis vernichtet worden, und das Licht wird bleiben vor dem Herrn der Geister, und das Licht der Rechtschaffenheit wird in Ewigkeit bleiben vor dem Herrn der Geister.

 

Kap. 59. In jenen Tagen sahen meine Augen die Geheimnisse der Blitze und Lichter und ihre Rechtsordnung; sie blitzen zum Segen oder zum Fluch, wie der Herr der Geister es will.

2. Und daselbst sah ich die Geheimnisse der Donner, und (wie es ist,) wenn es hoch oben im Himmel schmettert, und ihr Schall sich hören lässt; und die Wohnplätze der Erde ließ er mir erscheinen samt dem Schall des Donners, sei es zum Heil und Segen, sei es zum Fluche, nach dem Worte des Herrn der Geister.

3. Und darnach wurden mir alle Geheimnisse der Lichter und der Blitze gezeigt, wie sie zum Segen und zur Sättigung blitzen.

 

Kap. 60. Im Jahre fünfhundert, im siebenten Monat am vierzehnten Tage des Monats im Leben Henochs (r. Noahs). In jenem Bilde sah ich, wie ein gewaltiges Beben den Himmel der Himmel erbeben ließ, und wie das Heer des Höchsten und die Engel, tausend mal tausend und zehntausend mal zehntausend, erschüttert wurden in heftiger Erschütterung.

2. Und wie das betagte Haupt auf dem Throne seiner Herrlichkeit saß, und die Engel und Gerechten im Kreise um ihn herumstanden.

3. Und mich erfasste ein gewaltiges Zittern, und Furcht ergriff mich, meine Hüften lösten sich, und meine Nieren schmolzen dahin, und ich fiel auf mein Antlitz.

4. Da sandte Michael einen anderen Engel aus (der Zahl) der Heiligen, und er hob mich auf, und als er mich aufgerichtet hatte, kehrte mein Geist zurück, denn ich hatte nicht vermocht den Anblick dieses Heeres und diese Erschütterung und das Beben des Himmels zu ertragen.

5. Und Michael sprach zu mir: »Warum erschüttert dich der Anblick solcher Dinge? Bis heute hat der Tag seiner Barmherzigkeit gewährt, und (bis heute) ist er barmherzig und langmütig gewesen gegen die, welche auf Erden wohnen.

6. Aber wenn der Tag und die Macht und die Strafe und das Gericht kommen wird, das der Herr der Geister für die bereitet hat, welche dem gerechten Gericht sich nicht unterwerfen und welche das gerechte Gericht leugnen und seinen Namen umsonst tragen — und jener Tag ist bereitet für die Auserwählten zum Bunde und für die Sünder zur Untersuchung —(da wird er die Kleinen mit ihren Müttern und die Söhne mit ihren Vätern töten usw.«)

7. Und an jenem Tage werden zwei Ungeheuer ihren Platz zugewiesen erhalten (wörtl. verteilt werden), ein weibliches, mit Namen Leviathan, um im Abgrunde des Meeres zu wohnen, über den Quellen der Wasser;

8. das männliche aber heißt Behemot, das mit seiner Brust die öde Wüste einnimmt, genannt Dendain, im Osten des Gartens, wo die Auserwählten und Gerechten wohnen, wo mein Ahn aufgenommen worden ist, der siebente seit Adam, dem ersten Menschen, den der Herr der Geister erschaffen hat.

9. Und ich bat einen anderen Engel, dass er mir die Macht jener Ungeheuer zeigen möchte, wie sie an einem Tage getrennt und dahingeworfen wurden, das eine in den Abgrund des Meeres und das andere in die Dürre der Wüste.

10. Und er sprach zu mir: »Du Menschenkind, du begehrst hier zu wissen, was verborgen ist. (Diese beiden Ungeheuer, bereitet gemäß der Größe Gottes, werden gefüttert, damit *****«)

11. Und es sprach zu mir der andere Engel, der mit mir ging, und mir zeigte, was im Verborgenen ist, dass Erste und das Letzte, im Himmel hoch oben und unter der Erde in der Tiefe, an den Enden des Himmels und an den Grundfesten des Himmels: und zwar die Schatzkammern der Winde,

12. und wie die Winde verteilt und wie sie gewogen werden, und wie die Quellen der Winde verteilt und gezählt werden nach der Kraft des Windes, und die Kraft des Mondlichtes, und wie es eine Kraft der Gleichmäßigkeit (gibt), und die Abteilungen der Sterne nach ihren Namen, und wie jede Abteilung abgeteilt wird;

13. und die Donner nach den Orten ihres Falles, und all die Abteilungen, die bei den Blitzen gemacht werden, dass es blitze, und ihre Scharen, damit sie sofort gehorchen.

14. Denn der Donner hat Pausen in der Dauer, die seinem Schall verliehen worden ist; und Donner und Blitz sind nicht zu trennen, auch nicht in einem einzigen Punkte; durch Vermittlung des Geistes gehen sie beide zusammen und trennen sich nicht.

15. Denn wenn der Blitz blitzt, erhebt der Donner seine Stimme, und alsbald lässt der Geist Ruhe eintreten und verteilt in gleicher Weise zwischen ihnen, denn der Vorrat ihrer Schläge ist wie Sand, und jeder einzelne derselben wird mit einem Zaume festgehalten und durch die Kraft des Geistes zurückgewendet und ebenso vorwärts getrieben nach der Menge der Gegenden der Erde.

16. Und der Geist des Meeres ist männlich und stark und gemäß der Gewalt seiner Stärke zieht er es mit dem Zaume zurück, und ebenso wird es vorwärtsgetrieben und in allen Bergen der Erde zerstreut.

17. Und der Geist des Reifs ist sein Engel, und der Geist des Hagels ist ein guter Engel.

18. Und der Geist des Schnees hat (die Kammer) verlassen wegen seiner Kraft, und ein besonderer Geist (?) ist darin; und was daraus aufsteigt, ist wie Rauch und sein Name ist Frost.

19. Und der Geist des Nebels ist nicht mit ihnen vereint in ihren Kammern, sondern hat seine Kammer besonders, denn sein Lauf zeigt Klarheit (?) in Licht und Finsternis, im Winter und Sommer, und in seiner Kammer ist ein Engel.

20. Und der Geist des Taus hat seine Wohnung an den Enden des Himmels, und sie hängt mit den Kammern des Regens zusammen, und sein Lauf geht im Winter und Sommer, und seine Wolken und die Wolken des Nebels sind (miteinander) verbunden, und einer gibt dem andern.

21. Und wenn der Geist des Regens sich aus seiner Kammer herausbewegt, da kommen die Engel, tun die Kammer auf und führen ihn heraus, und wann er über das ganze Festland sich verbreitet, vereint er sich mit dem Wasser, das auf dem Festlande ist, [und jedes Mal wenn er sich mit dem Wasser vereint, das auf dem Festlande ist ***].

22. Denn die Wasser sind für die Erdbewohner da, denn sie sind die Nahrung der Erde vom Höchsten, der im Himmel ist. Darum hat der Regen ein Maß und die Engel nehmen ihn in Empfang.

23. Dies alles sah ich bis zum Garten der Gerechten.

24. Und der Engel des Friedens, der bei mir war, sprach zu mir: »Diese beiden Ungeheuer, bereitet gemäß der Größe Gottes, werden gefüttert, damit *** [das Strafgericht des Herrn der Geister vergebens]. Da wird er die Kleinen mit ihren Müttern und die Söhne mit ihren Vätern töten.

25. Wann das Strafgericht des Herrn der Geister über ihnen ruhen wird, wird es ruhen bleiben, damit das Strafgericht des Herrn der Geister nicht vergebens über jene gekommen sei; darnach wird das Gericht stattfinden nach seiner Barmherzigkeit und seiner Geduld.«

 

Kap. 61. Und ich sah in jenen Tagen, wie jenen Engeln lange Schnüre gegeben wurden, und sie nahmen sich Flügel, flogen und eilten davon gen Norden.

2. Und ich fragte den Engel, indem ich zu ihm sprach: »Wozu haben jene die Schnüre genommen und sind fortgefangen?« Und er sprach zu mir: »Sie sind gegangen, um zu messen.«

3. Und der Engel der mit mir ging, sprach zu mir: »Diese bringen die Masse der Gerechten und die Schnüre der Gerechten zu den Gerechten, dass sie sich auf den Namen des Herrn der Geister stützen in Ewigkeit.

4. Die Auserwählten werden anfangen bei den Auserwählten zu wohnen, und das sind die Masse, die der Treue gegeben werden, und die die Gerechtigkeit stärken.

5. Und diese Masse werden alle Geheimnisse der Tiefe der Erde enthüllen und welche von der Wüste verschlungen, und welche von den Fischen des Meeres und den wilden Tieren gefressen worden sind, dass sie zurückkehren und sich auf den Tag des Auserwählten stützen; denn niemand wird vernichtet werden vor dem Herrn der Geister, und niemand kann vernichtet werden.«

6. Und alle, die oben im Himmel sind, empfingen Befehl und Macht, ein Wort und ein Licht wie Feuer.

7. Und sie priesen jenen mit dem ersten Laut (?) und erhoben und lobten ihn mit Weisheit, und sie waren (selbst) weise in der Rede und in dem Geiste des Lebens.

8. Und der Herr der Geister hat seinen Auserwählten auf den Thron der Herrlichkeit gesetzt, und er wird alle Werke der Heiligen oben im Himmel richten und ihre Taten werden auf der Waage gewogen werden.

9. Und wenn er sein Antlitz erheben wird, um ihre verborgenen Wege nach der Rede des Namens des Herrn der Geister, und ihren Pfad nach dem Wege der gerechten Gerichte des Herrn der Geister zu richten, da werden sie alle mit einer Stimme reden und preisen, rühmen, erheben und heiligen den Namen des Herrn der Geister.

10. Und es wird rufen das ganze Heer der Himmel, und alle Heiligen droben, und das Heer Gottes, die Cherubim, Seraphim und Ophanim und alle Engel der Macht und alle Engel der Herrschaften und der Auserwählte und die anderen Mächte, welche auf dem Festland (und) über dem Wasser sind,

11. werden an jenem Tage eine Stimme erheben und preisen, rühmen und erheben im Geiste des Glaubens und im Geiste der Weisheit und im (Geiste der) Geduld, im Geiste der Barmherzigkeit und im Geiste des Rechtes und des Friedens und im Geiste der Güte und werden alle mit einer Stimme rufen: »Gepriesen sei Er, und gepriesen sei der Name des Herrn der Geister immerdar und bis in Ewigkeit!«

12. Es werden ihn preisen alle, die nicht schlafen, oben im Himmel, es werden ihn preisen alle Heiligen, die im Himmel sind, und alle Auserwählten, die im Garten des Lebens wohnen, und jeder Geist des Lichtes, der zu preisen, zu rühmen, zu erheben und zu heiligen vermag deinen gepriesenen Namen, und alles Fleisch, das deinen Namen überschwänglich rühmen und preisen wird in alle Ewigkeit.

13. Denn groß ist die Barmherzigkeit des Herrn der Geister, und er ist langmütig; und alle seine Werke und den ganzen Umfang seiner Werke hat er den Gerechten und Auserwählten offenbart im Namen des Herrn der Geister.

 

Kap. 62. » Und also gebot der Herr den Königen, den Mächtigen und Hohen und denen, die die Erde bewohnen, und sprach: » Öffnet eure Augen und erhebt eure Hörner, wenn ihr den Auserwählten zu erkennen vermöget.«

2. Und der Herr der Geister saß auf dem Throne seiner Herrlichkeit, und der Geist der Gerechtigkeit wurde über ihn (den Auserwählten) ausgegossen: und die Rede seines Mundes tötet alle Sünder, und alle Ungerechten werden vor seinem Antlitz vernichtet.

3. An jenem Tage werden alle Könige und Mächtigen und Hohen und die, welche die Erde besitzen, aufstehen und sie werden ihn sehen und erkennen, dass er auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzt, und Gerechtigkeit vor ihm gerichtet wird, und ein unnützes Wort vor ihm nicht gesprochen wird.

4. Da wird Schmerz über sie kommen, wie (über) ein Weib, das in den Wehen liegt und Not hat zu gebären, wenn ihr Kind in den Muttermund tritt, und es ihr hart ankommt, zu gebären.

5. Und ein Teil von ihnen wird den anderen ansehen, und sie werden erschrecken und ihr Antlitz zu Boden schlagen, und Schmerz wird sie ergreifen, wenn sie jenen Mannessohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen sehen.

6. Und die Könige und die Mächtigen und alle, die die Erde besitzen, werden rühmen, preisen und erheben den, der alles Verborgene beherrscht.

7. Denn von Anfang an ist der Menschensohn verborgen gewesen, und der Höchste hat ihn bewahrt angesichts seiner Macht und den Auserwählten offenbart.

8. Und die Gemeinde der Auserwählten und Heiligen wird gesät werden, und alle Auserwählten werden an jenem Tage vor ihm stehen.

9. Und alle Könige und Mächtigen und Hohen und die, welche die Erde beherrschen, werden vor ihm niederfallen auf ihr Antlitz, sich beugen und auf jenen Menschensohn ihre Hoffnung setzen, und sie werden ihn anflehen und Barmherzigkeit von ihm erbitten.

10. Aber jener Herr der Geister wird sie drängen, dass sie eilig fortgehen von seinem Angesicht, und ihr Antlitz wird voll Scham werden, und Finsternis wird auf ihr Antlitz gehäuft werden.

11. Und er wird sie den Engeln zum Strafvollzug überliefern, damit sie Vergeltung an ihnen üben dafür, dass sie seine Kinder und Auserwählten bedrückt haben.

12. Und sie werden ein Schauspiel für die Gerechten und seine Auserwählten sein; sie werden sich über sie freuen, weil der Zorn des Herrn der Geister auf ihnen ruht, und sein Schwert von ihnen trunken wird.

13. Und die Gerechten und Auserwählten werden an jenem Tage gerettet werden und werden von nun an das Antlitz der Sünder und Ungerechten nicht mehr sehen.

14. Und der Herr der Geister wird über ihnen wohnen, und mit jenem Menschensohne werden sie essen und sich niederlegen und aufstehen in alle Ewigkeit.

15. Und die Gerechten und Auserwählten werden sich erhoben haben von der Erde und werden aufhören das Antlitz zu Boden zu schlagen und werden mit dem Kleide der Herrlichkeit angetan sein.

16. Und das soll euer Kleid sein, das Kleid des Lebens von dem Herrn der Geister; und eure Kleider werden nicht alt werden, und eure Herrlichkeit wird nicht vergehen vor dem Herrn der Geister.

 

Kap. 63. In jenen Tagen werden die Mächtigen und die Könige, die die Erde besitzen, seine Strafengel, denen sie überliefert sind, anflehen, dass sie ihnen etwas Ruhe lassen möchten, damit sie niederfallen und sich beugen vor dem Herrn der Geister und ihre Sünden vor ihm bekennen.

2. Und sie werden preisen und rühmen den Herrn der Geister und sprechen: »Gepriesen sei der Herr der Geister und der Herr der Könige, der Herr der Mächtigen und der Herr der Reichen, der Herr der Herrlichkeit und der Herr der Weisheit, und es wird Licht in alles Verborgene kommen.

3. Deine Macht währt von Geschlecht zu Geschlecht, und deine Herrlichkeit in alle Ewigkeit, tief und ohne Zahl sind deine Geheimnisse, und deine Gerechtigkeit ergründet keine Rechnung.

4. Jetzt haben wir eingesehen, dass wir rühmen und preisen sollen den Herrn der Könige, und den König über alle Könige.«

5. Und sie werden sagen: »O dass uns jemand Ruhe gäbe! dass wir rühmen, danken und bekennen könnten vor deiner Herrlichkeit.

6. Jetzt begehren wir ein wenig Ruhe, aber erlangen sie nicht; wir werden weggetrieben und erhalten sie nicht; das Licht ist vor uns verschwunden, und Finsternis ist unser Wohnsitz in alle Ewigkeit.

7. Denn wir haben vor ihm kein Bekenntnis abgelegt und den Namen des Herrn der Geister nicht gerühmt, und ihn nicht als unsern Herrn gerühmt, sondern unsere Hoffnung gründete sich auf das Zepter unseres Reiches und auf unsere Herrlichkeit.

8. An dem Tage unserer Not und unserer Trübsal wird er uns nicht erretten, und wir werden keine Ruhe finden, um zu bekennen, dass unser Herr wahrhaftig ist in all seinem Tun, seinem Gericht und seiner Gerechtigkeit, und dass seine Gerichte die Person nicht ansehen.

9. Und wir werden vergehen vor seinem Angesicht um unserer Werke willen, und alle unsere Sünden sind richtig gezählt.«

10. Jetzt werden sie zu ihnen sagen: »Unsere Seele ist gesättigt mit ungerechtem Gut, aber sie wird nicht verhindern, dass wir mitten heraus hinabfahren in die Höllenpein.«

11. Und danach wird ihr Antlitz voll Finsternis und Scham werden vor jenem Menschensohne, und sie werden vor seinem Angesicht Verstoßen werden, und das Schwert wird unter ihnen vor seinem Angesicht hausen.

12. Und also sprach der Herr der Geister: »Das ist die Verordnung und das Gericht über die Mächtigen und die Könige und die Hohen und die, welche die Erde besitzen, vor dem Herrn der Geister.«

 

Kap. 64. Und ich sah (noch) andere Gestalten an jenem Orte im Verborgenen.

2. Ich hörte die Stimme des Engels, wie er sprach: »Das sind die Engel, die auf die Erde herabgekommen sind und den Menschenkindern offenbart haben, was im Verborgenen war, und die Menschenkinder verführt haben, Sünde zu tun.«

 

Kap. 65. In jenen Tagen sah Noah, wie die Erde sich neigte und wie ihr Untergang nahe war.

2. Da brach er auf von da und ging bis an die Enden der Erde und schrie zu seinem Grossvater Henoch, und Noah rief mit betrübter Stimme dreimal: »Höre mich, höre mich, höre mich!«

3. Und ich sprach zu ihm: »Sage mir, was ist das, was auf der Erde vorgeht, dass die Erde so elend ist und bebt? Dass ich nur nicht etwa mit ihr zu Grunde gehe!«

4. Und alsbald fand eine gewaltige Erschütterung auf Erden statt, und eine Stimme vom Himmel ließ sich vernehmen, und ich fiel auf mein Angesicht.

5. Da kam Henoch, mein Grossvater, trat zu mir und sprach: »Warum hast du nach mir mit so betrübter und tränenvoller Stimme geschrien?

6. Ein Befehl ist vom Angesicht des Herrn über die, welche auf Erden wohnen, ausgegangen, dass dies ihr Ende sein soll, denn sie kennen alle Geheimnisse der Engel und alle Gewalttätigkeit der Satane und alle verborgenen Kräfte und alle Kraft derer, die Zauberei treiben, und die Kraft der Besprechungen und die Kraft derer, die die Gussbilder der ganzen Erde gießen;

7. und wie das Silber erzeugt wird aus dem Staube der Erde, und wie das Gussmetall auf der Erde entsteht.

8. Denn Blei und Zinn wird nicht aus der Erde erzeugt, wie ersteres; eine Quelle ist es, die sie hervorbringt, und ein Engel steht darin, und jener Engel ist behänd«.

9. Und darnach fasste mich mein Grossvater Henoch bei meiner Hand, hob mich auf und sprach zu mir: »Geh, denn ich habe den Herrn der Geister nach dieser Erschütterung auf Erden gefragt.«

10. Und er sprach (weiter) zu mir: »Wegen ihrer Ungerechtigkeit wird das Gericht über sie endgültig vollzogen, aber vor mir wird keine Berechnung angestellt werden nach den Monaten, da, wie sie erforscht und erfahren haben, die Erde und ihre Bewohner untergehen sollen.

11. Und diese (sind es, die) keine Umkehr kennen bis in Ewigkeit, weil sie (die Engel) ihnen das Verborgene gezeigt haben, und sie sind die Verdammten. Aber
was dich betrifft, mein Sohn, so weiß der Herr der Geister, dass du rein und frei bist von diesem Vorwurf wegen der Geheimnisse.

12. Und er hat deinen Namen fest gegründet unter den Heiligen und wird dich bewahren unter allen, die auf Erden wohnen; und er hat deinen Samen in Gerechtigkeit zu Königen und zu großen Ehren bestimmt, und aus deinem Samen wird eine Quelle von Gerechten und Heiligen ohne Zahl in Ewigkeit hervorbrechen.«

 

Kap. 66. Und darnach zeigte er mir die Strafengel, die bereit sind, zu kommen und alle Kräfte des Wassers, das unter der Erde ist, loszulassen, dass es zum Gericht und zum Verderben werde für alle, die auf dem Festland Sitz und Wohnung haben.

2. Und der Herr der Geister gab den Engeln, die ausgingen, Befehl, dass sie nicht die Hände erheben, sondern achtgeben sollten, denn jene Engel waren über die Kräfte des Wassers (gesetzt).

3. Und ich ging hinweg aus dem Angesicht Henochs.

 

Kap. 67. Und in jenen Tagen erging das Wort Gottes an mich, und er sprach zu mir: »Noah, dein Los ist heraufgekommen vor mich, ein Los ohne Tadel, ein Los der Liebe und Rechtschaffenheit.

2. Und jetzt bearbeiten die Engel Hölzer, und wenn sie jenen Auftrag ausgeführt haben werden, so werde ich meine Hand darauflegen, und es bewahren; und der Same des Lebens soll daraus hervorgehen und soll in den neuen Zustand eintreten, damit die Erde nicht leer bleibe.

3. Und ich werde deinen Samen vor mir fest gründen in Ewigkeit und werde die, welche bei dir wohnen, aufs Geratewohl über die Oberfläche der Erde hin ausbreiten, und er wird gesegnet sein und sich mehren angesichts der Erde im Namen des Herrn.«

4. Und er wird jene Engel, die die Ungerechtigkeit gezeigt haben, in jenes brennende Thal einschließen, welches mir zuvor mein Grossvater Henoch gezeigt hatte, im Westen bei den Bergen des Goldes und Silbers, des Eisens und des Gussmetalls und des Zinns.

5. Und ich sah jenes Thal, in dem eine gewaltige Bewegung war, und ein Hin- und Herwogen der Wasser.

6. Und als dieses alles geschah, entstand aus jenem feurigen Metallguss und der Bewegung, die sie (die Wasser) hin und her schaukelte, an jenem Orte ein Schwefelgeruch, und er verband sich mit jenen Wassern; und jenes Thal der Engel, die die Menschen verführt haben, brennt immerzu unter der Erde dort.

7. Und durch die Täler derselben (Erde) kommen Feuerströme, da wo jene Engel gestraft werden, welche die Bewohner der Erde verführt haben.

8. Und jene Wasser werden in jenen Tagen den Königen und Mächtigen und Hohen und denen, die auf Erden wohnen, zur Heilung des Leibes, aber zur Marter des Geistes dienen; ihr Geist ist ja voll Wollust, so dass ihr Leib gestraft wird, weil sie den Namen des Herrn der Geister verleugnet haben. Sie sehen ihre tägliche Strafe, und glauben doch nicht an seinen Namen.

9. Und je ärger ihr Leib brennt, umso mehr werden sie eine Veränderung am Geiste spüren auf immer und ewig, denn niemand darf vor dem Herrn der Geister unnütze Reden führen.

10. Denn das Gericht kommt über sie, weil sie an die Wollust ihres Fleisches glauben und den Geist des Herrn verleugnen.

11. Und jene Wasser selbst werden in jenen Tagen eine Veränderung erleiden: denn wenn jene Engel in jenen Wassern gestraft werden, so ändern sich jene Wasserquellen in betreff ihrer Hitze, und wenn die Engel aufsteigen, so wird jenes Wasser der Quellen sich ändern und kalt werden.

12. Und ich hörte Michael anheben und sprechen: »Dieses Gericht, mit dem die Engel gerichtet werden, ist ein Zeugnis für die Könige und Mächtigen, welche die Erde besitzen.

13. Denn diese Wasser des Gerichts dienen zur Heilung des Leibes der Fürsten und zur Wollust ihres Fleisches; aber sie sehen nicht und glauben nicht, dass jene Wasser sich ändern und ein ewig brennendes Feuer werden.<<

 

Kap. 68. Und danach gab mir mein Grossvater Henoch in einem Buche die Zeichen aller Geheimnisse und die Mahnreden, die ihm gegeben worden waren, und stellte sie für mich in den Worten des Buches der Mahnreden zusammen.

2. Und an jenem Tage antwortete Michael dem Rafael, indem er sprach: »Die Kraft des Geistes reißt mich hin und bringt mich in Erregung über die Schwere des Gerichtes der Geheimnisse, des Gerichtes * * *, wer kann die Härte des vollzogenen Gerichts ertragen, vor dem sie dahinschmelzen?«

3. Und abermals antwortete Michael und sprach zu Rafael: »Wer ist es, dessen Herz sich dabei nicht schuldig fühlte, und dessen Nieren nicht erschüttert würden von diesem Worte des Gerichts, dass über sie ausgegangen ist von denen, die sie so herausgeführt haben?«

4. Und es geschah, als er vor dem Herrn der Geister stand, sprach Michael also zu Rafael: »Ich werde nicht für sie sein unter den Augen des Herrn, denn der Herr ist erzürnt auf sie, weil sie tun, als wären sie der Herr.

5. Darum wird über sie alles Verborgene kommen für alle Ewigkeit, denn weder Engel noch Mensch wird seinen Anteil erhalten, sondern sie allein werden ihr Gericht für alle Ewigkeit empfangen haben.«

 

Kap. 69. Und nach diesem Gericht werden sie ihnen Schrecken und Angst einjagen, weil sie dies denen, die auf Erden wohnen, gezeigt haben.

2. Und siehe da die Namen jener Engel, [und das sind ihre Namen: der erste von ihnen Semjaza, der zweite Arestiqifa, der dritte Armen, der vierte Kokabiel, der fünfte Turiel, der sechste Ramiel, der siebente Daniel, der achte Neqeel, der neunte Baraqiel, der zehnte Azazel, der elfte Armaros, der zwölfte Batariel, der dreizehnte Basasael, der vierzehnte Auaniel, der fünfzehnte Turiel, der sechzehnte Sampsiel, der siebzehnte Jetariel, der achtzehnte Tumael, der neunzehnte Turiel, der zwanzigste Rumael, der einundzwanzigste Azazeel.

3. Und das sind die Obersten ihrer Anführer und die Namen ihrer Hauptleute über hundert, über fünfzig und über zehn.]

4. Der Name des ersten ist Jeqon, das ist der, welcher alle die Kinder der Engel verführt hat: er brachte sie herab auf die Erde und verführte sie durch die Töchter der Menschen.

5. Und der zweite heißt Asbiel; der gab den Kindern der Engel bösen Rat ein und verführte sie, ihre Leiber mit den Töchtern der Menschen zu verderben.

6. Und der dritte heißt Gadriel, das ist der, der den Menschenkindern alle tödlichen Schläge zeigte. Er hat auch die Eva verführt und hat die Mordwerkzeuge den Menschenkindern gezeigt: Schild, Panzer und Schwert zum Kampfe, und alle Mordwerkzeuge für die Menschenkinder.

7. Und aus seiner Hand sind sie ausgegangen zu allen, die auf Erden wohnen, von jener Stunde an bis in alle Ewigkeit.

8. Und der vierte heißt Penemue; der hat den Menschenkindern das Bittere und Süße gezeigt, und hat ihnen alle Geheimnisse ihrer Weisheit kundgetan.

9. Er hat die Menschen das Schreiben mit Tinte und Papier gelehrt, und dadurch versündigen sich viele von Ewigkeit zu Ewigkeit und bis auf den heutigen Tag.

10. Denn die Menschen sind nicht zu derartigem geschaffen: mit Feder und Tinte ihre Treue zu bekräftigen.

11. Denn die Menschen sind zu nichts anderem als die Engel geschaffen, nämlich gerecht und rein zu bleiben, und der Tod, der alles vernichtet, hätte sie nicht angerührt; vielmehr durch diese ihre Erkenntnis gehen sie zu Grunde, und durch diese Kraft verzehrt er mich. (?)

12. Und der fünfte heißt Kasdeja, das ist der, der den Menschenkindern alle bösen Schläge der Geister und Dämonen gezeigt hat: [und] den Schlag des Embryos im Mutterleib, dass er abgehe, und den Schlag der Seele, den Biss der Schlange und den Schlag, der durch die mittags(Hitze) entsteht, den Sohn der Schlange, Tabat mit Namen.

13. Und das ist die Zahl (?) des Kasbiel, der Hauptschwur, den er den Heiligen zeigte, als er droben in der Herrlichkeit wohnte, und sein Name ist Beqa.

14. Dieser sagte zu Michael, dass er ihm den verborgenen Namen zeigen möchte, damit sie ihn beim Schwüre aussprechen könnten, so dass vor diesem Namen und Schwur diejenigen erzitterten, die den Menschenkindern alles Verborgene gezeigt hatten.

15. Und das ist die Kraft dieses Schwures, denn er ist kräftig und stark; und er hat diesen Schwur Akae in die Hand Michaels niedergelegt.

16. Und das sind die Geheimnisse dieses Schwures: *** und ist fest gegründet durch seinen Schwur, der Himmel ist aufgehängt worden, ehe die Welt geschaffen wurde und bis in Ewigkeit durch ihn;

17. und die Erde ist über dem Wasser gegründet worden, und aus dem Verborgenen der Berge kommen köstliche Wasser hervor von der Schöpfung der Welt bis in Ewigkeit.

18. Durch jenen Schwur ist das Meer geschaffen, und als seinen (Grund hat er ihm für die Zeit der Wut den Sand gelegt; und es darf nicht darüber hinaus schreiten von Schöpfung der Welt bis in Ewigkeit.

19. Und durch den Schwur sind die Abgründe gefestigt, sie stehen und rühren sich nicht von ihrer Stelle von Ewigkeit zu Ewigkeit.

20. Durch den Schwur vollenden Sonne und Mond ihren Lauf und weichen nicht ab von ihrer Vorschrift von Ewigkeit zu Ewigkeit.

21. Und durch jenen Schwur vollenden die Sterne ihren Lauf; er ruft ihre Namen und sie antworten ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit.

22. Und ebenso vollenden die Geister des Wassers, der Lüfte und aller Winde [und] ihre Wege aus allen Richtungen der Wind(Rose) her.

23. Und daselbst werden die Stimme des Donners und das Leuchten des Blitzes aufbewahrt, und daselbst werden die Vorräte des Hagels und die Vorräte des Reifs, die Vorräte des Nebels, die Vorräte des Regens und Taus aufbewahrt.

24. Sie alle bekennen und danken vor dem Herrn der Geister und rühmen mit aller ihrer Kraft; und ihre Speise besteht aus lauter Danken, und sie danken, rühmen und erheben im Namen des Herrn der Geister in alle Ewigkeit.

25. Und dieser Schwur ist mächtig über sie, und sie werden durch ihn bewahrt, und ihre Pfade werden bewahrt, und ihre Bahn wird nicht gestört.

26. Und es herrschte unter ihnen eine große Freude, und sie priesen, rühmten und erhoben darum, dass ihnen der Name jenes Menschensohnes offenbart worden war.

27. Und er setzte sich auf den Thron seiner Herrlichkeit und die Summe des Gerichts ward ihm, dem Menschensohne» übergeben, und er lässt verschwinden und vertilgt die Sünde vom Antlitz der Erde, und die, welche die Welt verführt haben.

28. Mit Ketten werden sie gebunden und an ihrem dem Verderben geweihten Versammlungsorte eingeschlossen werden, und all ihr Werk wird verschwinden vom Antlitz der Erde.

29. Und von nun an wird es nichts Verderbtes mehr geben; denn jener Mannessohn ist erschienen und hat sich auf den Thron seiner Herrlichkeit gesetzt, und alles Böse wird vor seinem Angesicht verschwinden und dahingehen, aber das Wort jenes Mannessohnes wird fest stehen vor dem Herrn der Geister. Das ist die dritte Mahnrede Henochs.

 

Kap. 70. Und danach geschah es, dass sein Name bei seinen Lebzeiten zu jenem Menschensohne und zu dem Herrn der Geister erhöht wurde, hinweg von denen, die auf Erden leben.

2. Und er wurde auf Wagen des Geistes erhoben, und sogar der Name ging unter ihnen verloren.

3. Und von jenem Tage an wurde ich nicht mehr zu ihnen gezählt, und er setzte mich zwischen zwei Himmelsgegenden, zwischen Norden und Westen, wo die Engel die Schnüre nahmen, um für mich den Ort der Auserwählten und Gerechten zu messen.

4. Und daselbst sah ich die Erzväter und die Gerechten, die von uralter Zeit an jenem Orte wohnen.

 

Kap. 71. Und darnach geschah es, dass mein Geist entrückt wurde und Aufstieg in die Himmel; da sah ich die Söhne der heiligen Engel auf Feuerflammen treten, und ihre Kleider weiß und ihr Gewand, und ihr Antlitz licht wie Schnee;

2. und ich sah zwei Feuerströme, und dass Licht jenes Feuers strahlte wie Hyazinth. Da fiel ich auf mein Angesicht vor dem Herrn der Geister.

3. Und der Engel Michael, einer von den Erzengeln, fasste mich bei meiner rechten Hand, erhob mich und führte mich hinaus zu all den Geheimnissen, und er zeigte mir alle Geheimnisse der Barmherzigkeit und zeigte mir alle Geheimnisse der Gerechtigkeit,

4. und zeigte mir alle Geheimnisse der Enden des Himmels und alle Kammern der Sterne und Lichter, aus denen sie hervorgehen vor das Antlitz der Heiligen.

5. Und er entrückte meinen Geist, und ich, Henoch, war in dem Himmel der Himmel, und sah dort inmitten jenes Lichtes etwas, das aus Hagelsteinen erbaut schien, und zwischen jenen Steinen züngelnde Flammen lebendigen Feuers.

6. Und mein Geist sah einen feurigen Kreis, der jenes Haus umgab, aus seinen vier Seiten kamen Ströme lebendigen Feuers, und sie umringten jenes Haus.

7. Und um dasselbe herum Seraphim, Cherubim und Ophanim; das sind die, welche nicht schlafen und den Thron seiner Herrlichkeit bewachen.

8. Und ich sah unzählige Engel, tausend mal tausend und zehntausend mal zehntausend, jenes Haus umgeben, und Michael, Rafael, Gabriel und Fanuel und die heiligen Engel, die oben im Himmel sind, in jenem Hause ein- und ausgehen.

9. Und es traten heraus aus jenem Hause Michael, Gabriel, Rafael und Fanuel und viele heilige Engel ohne Zahl,

10. und mit ihnen das betagte Haupt; sein Haupt war weiß und rein wie Wolle, und sein Kleid unbeschreiblich.

11. Da fiel ich auf mein Angesicht, und mein ganzer Leib schmolz dahin, und mein Geist wurde verwandelt, und ich schrie mit lauter Stimme mit dem Geiste der Kraft und pries und rühmte und erhob Ihn.

12. Und diese Lobpreisungen, die aus meinem Munde ausgingen, waren wohlgefällig vor jenem betagten Haupte.

13. Und es kam jenes betagte Haupt mit Michael, Gabriel, Rafael und Fanuel und Tausenden und Zehntausenden von Engeln ohne Zahl.

14. Und jener kam zu mir, grüßte mich mit seiner Stimme und sprach: »Du bist der Mannessohn, der zur Gerechtigkeit geboren ist; und Gerechtigkeit wohnt über dir, und die Gerechtigkeit des betagten Hauptes verlässt dich nicht.«

15. Und er sagte zu mir: »Er ruft dir Heil zu im Namen der künftigen Welt, denn von dort aus ist das Heil ausgegangen seit Erschaffung der Welt, und so wird es auch dir zu teil werden immerdar und in alle Ewigkeit.

16. Und alle werden auf deinem Wege wandeln, da die Gerechtigkeit dich nimmermehr verlässt; bei dir wird ihre Wohnung sein und bei dir ihr Los, und von dir werden sie sich nie und in alle Ewigkeit nicht mehr trennen.«

17. Und so wird langes Leben sein bei jenem Menschensohne, und es wird Frieden geben für die Gerechten und einen ebenen Weg für die Gerechten im Namen des Herrn der Geister immer und ewiglich.

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